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Heinz Hick, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Neuss

Zukunft der Rennbahn Neuss

Grundsätze der Nutzung des Rennbahn-Geländes

Das Gelände der Rennbahn hat für Neuss eine wichtige Funktion als Sport-, Freizeit- und Erholungsgebiet. Nur wenige Städte haben eine solche "grüne Oase" dieses Ausmaßes in ihrer Stadt. Wir sichern diese ökologische Funktion, werden aber gleichzeitig das Gelände den Bürgern unserer Stadt stärker als bisher zugänglich machen.

Dazu fordert die CDU-Fraktion ein Entwicklungskonzept für das gesamte Gelände. Wir wollen

Die CDU-Fraktion beabsichtigt alle Überlegungen gemeinsam mit den betroffenen Akteuren zu entwickeln, und hat die Stadtverwaltung mit der Prüfung beauftragt, inwieweit externe Partner eingeschaltet werden können, welche Vorbereitungen für das Erarbeiten eines solchen Konzeptes im Einzelnen notwendig sind und wer sinnvoller weise mit an den Tisch gehört. Wegen der vielfältigen Bedeutung des Rennbahngeländes für die Stadt ist es unerlässlich, die Erarbeitung solcher Ideen und Konzepte auf eine möglichst breite Basis in Rat und Verwaltung, in den beteiligten Institutionen, bei den Nutzern sowie in der Bevölkerung zu stellen.

Thesen zur Neuorientierung

1. Die CDU hat den Neusser Reiter- und Rennverein als Hauptnutzer des Geländes "Rennbahn" immer unterstützt und wird dies auch weiterhin tun. Die letzte maßgebliche Entscheidung war die Errichtung der Sandbahn und der dazugehörigen Flutlichtbeleuchtung. Die über 125-jährige Tradition des Rennsports in Neuss hinterlässt Spuren in der Geschichte und soll im Wettbewerb des deutschen Rennsports auch weiter bestehen können. Renntage sind Treffpunkt vieler Neusser und Anziehungspunkt für Besucher aus dem Umland.

Wir verstehen die jetzt erforderlich gewordene Hilfe für den Verein als Entlastung von den nicht Rennsport-bedingten Kosten, die der Verein bei der nun eingetretenen angespannten allgemeinen Situation nicht selbst tragen kann. Da die Erlöse aus Wettumsätzen deutlich und nachweislich zurückgegangen sind, vermag er diese Kosten, z. B. die Pflege der gesamten Anlage, nicht mehr aufzubringen.

Die Nutzung und Öffnung der Rennbahn auch für andere Akteure rechtfertigt es, die nicht dem Verein anzulastenden Kosten anderweitig aufzufangen.

2. Die vorhandenen Tribünen und Nebengebäude sind nur noch begrenzt funktionsfähig und nicht mehr zeitgemäß. Verschiedene Übergangslösungen (z.B. Zelte) gleichen diesen Nachteil zurzeit aus. Wir wollen ein wirtschaftlich tragfähiges Erneuerungs- und Nutzungskonzept, dass auch städtebaulichen Ansprüchen gerecht wird und für zusätzliche Nutzungen mit Ertragskraft geeignet ist. Die vorhandenen Infrastruktureinrichtungen wie gastronomischer Betrieb, Buchmachergeschäft, große Räume und Tribünen sind grundsätzlich vorhanden, müssen jedoch in neue Nutzungskonzeption eingebracht werden. Das Globe-Theater als kultureller Fixpunkt soll noch besser als heute integriert werden.

3. Wir wollen den Rennbahn-Bereich so stärken, dass Synergieeffekte zur Neusser Innenstadt entstehen. Unser Ziel ist es, die Frequenz der Veranstaltungen auf dem Gelände zu erhöhen und damit auch Kaufkraft in Neuss binden. Dazu sind auch Open-Air-Veranstaltungen denkbar. Für die CDU ist jedoch die Verlegung bereits erfolgreich etablierter Events in der Neusser Innenstadt kein Ziel. Es darf keine Veranstaltungen geben, die Kaufkraftabzug aus der Innenstadt verursachen. So wird es auch keine Verlagerung des Hansefestes geben.

4. Bei der Erarbeitung des Nutzungskonzeptes sind Überlegungen sinnvoll, die der inneren Erschließung des Geländes (d.h. innerhalb der Renn-Bahn) dienen und sie in größerem Umfang nutzbar macht. Die Durchgängigkeit der Innenflächen mit Fußwegen, auch geeignet für Skater, soll geschaffen werden. Damit schließt sich gleichzeitig die Schaffung eines Golfplatzes aus.

5. Die Nutzung des Neusser Bürger Schützenvereins zum Schützenfest hat als kommunikativer Mittelpunkt mit dem Festzelt, der Schießanlage und der Wiese Vorrang vor anderen Nutzungen. Die Öffnung des Innenraumes der Rennbahn wird diesem Teil des Schützenfestes mehr Raum und besseren Zugang geben. Die bloße Zusammenlegung des Zelt-Bereiches mit dem Kirmesplatz ist von der Philosophie inhaltlich nicht vertretbar und deshalb nicht wünschenswert.

6. Für den Europadamm und die angedachte Osttangente im Hafen zeichnen sich neue Verkehrslösungen ab, die ohnehin die Eingangssituation in das Rennbahngelände verbessern könnten. Den Bau von Straßen in das Gelände sehen wir nicht. Die stärkere Anbindung des Rennbahngeländes an die Neusser Innenstadt über den Wendersplatz ist ein Ziel, für das verschiedene gestalterische Vorschläge bereits erarbeitet wurden. Die Idee, damit gleichzeitig Markt, Omnibusbahnhof und Rennbahn gut zu verzahnen, muss weiter verfolgt werden.

7. Im Zusammenhang mit der Planung des Rennbahngeländes stellt sich unweigerlich mit Blick auf die Weiterentwicklung des Hammfeld II-Gewerbegebietes auch die Frage nach der Zukunft des Kirmesplatzes. Der Standort dieses Platzes und dessen Nutzung als Event- und Parkgelände neben der Verwendung als Kirmesplatz fordern eine baldige Klärung. Dabei kommen Überlegungen zur Nutzung der jetzigen Fläche als Parkplatz für die Rennbahn nicht in Betracht, weil an dieser Stelle eine gewerbliche Nutzung Vorrang hat. Die Aufgabe oder Verlagerung der Rollmopsallee ist für uns kein Ziel. Wir erwarten jedoch im Verlauf der jetzt anstehenden Prüfungen ein überzeugendes, abschließendes und umsetzbares Konzept, wie der Kirmesplatz verlagert, verändert und weiter entwickelt wird, wobei er möglicherweise Teile des außerhalb der Rennbahn liegenden Geländes beanspruchen wird. Der Verlauf der Langemarkstrasse kann teilweise in Frage gestellt werden.

Weiteres Vorgehen

Die Verwaltung wurde auf Initiative der CDU-Fraktion bereits beauftragt, bis zur nächsten Ratssitzung erste Überlegungen anzustellen, auf welchen Wegen und mit welchen Inhalten ein Entwicklungskonzept für die Neusser Rennbahn erarbeitet werden kann. Dabei erwarten wir die Einbindung aller Beteiligten.

Für die weiteren Überlegungen ist ein halbes Jahr (bis zur Sommerpause 2003) notwendig, um konzeptionell ausgereifte Ideen zu konkretisieren. Erst dann kann eine abschließende Entscheidung über die Höhe der Zuwendungen und die Definition der Aufgaben des Rennvereins abschließend entschieden werden. Dabei muss auch der Reiter- und Rennverein selbst erklären, welchen Beitrag er zur Benutzung des Geländes leisten will.

Heinz Hick
Stellv. Fraktionsvorsitzender


Hinweis:

Die Überlegungen zur Rennbahn sind nicht neu. Bereits im Stadtentwicklungskonzept Neuss am Rhein zwischen den Häfen im Jahre 1990 wurden erste Überlegungen zur die Neugestaltung des Bereiches zwischen Innenstadt, Hammfeld und Rhein angedacht. Das damalige Wettbewerbsergebnis ist ein wichtiger Impulsgeber. Die schrittweise Umsetzung verschiedener Ideen ist Auftrag der konsequenten Stadtentwicklungspolitik. Sie muss den veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden.

Anhang:

Der Antrags- und Beschlusstext der CDU-Fraktion aus Finanzausschuss und Stadtrat:

"Die Idee des Neusser Reiter- und Rennvereins in seinem Schreiben vom 31.10.2002 aufgreifend, wird die Verwaltung beauftragt, bis zur nächsten Ratssitzung erste Überlegungen anzustellen, auf welchem Wege und mit welchen Inhalten ein Entwicklungskonzept für die Neusser Rennbahn erarbeitet werden kann. Mit einem solchen Konzept sollen:

Die Verwaltung wird im weiteren beauftragt, aufzuzeigen, welche Akteure gemeinsam im Sinne dieser Ideen zusammenarbeiten müssen, inwieweit externe Partner eingeschaltet und welche Vorbereitungen für die Erarbeiten eines solchen Konzeptes im Einzelnen notwendig sind.

Ideal wäre es, vor dem Hintergrund der vielfältigen Bedeutung des Rennbahngeländes für die Stadt, wenn die Erarbeitung solcher Ideen und Konzepte auf eine möglichst breiter Basis in Rat und Verwaltung, in den beteiligten Institutionen und von den Nutzern sowie der Bevölkerung insgesamt geschehen könnte.

Das Grundgerüst eines solchen Konzeptes muss vor der Sommerpause 2003 beschlussreif sein.

Vor diesem Hintergrund wird die Verwaltung weiter beauftragt, bis zur kommenden Finanzausschusssitzung Vorschläge zu erarbeiten, auf welchem Wege - Verwaltungs- oder Vermögenshaushalt - den finanziellen Bedürfnissen des Vereins entsprochen werden kann."