Markus Pieper MdEP sprach in Neuss

„Wir müssen unser Energiesystem schneller umbauen“

09.08.2022 1 Minute Lesezeit

Von links: CDU-Vorsitzender Jan-Philipp Büchler, stv. MIT-Kreisvorsitzende Bärbel Kohler, Markus Pieper MdEP, Europa-Arbeitskreisleiter Rotger Kindermann. (Foto: Privat)
Von links: CDU-Vorsitzender Jan-Philipp Büchler, stv. MIT-Kreisvorsitzende Bärbel Kohler, Markus Pieper MdEP, Europa-Arbeitskreisleiter Rotger Kindermann. Foto: Privat

Der Füllstand der deutschen Gasspeicher sollte im Oktober mindestens 80 Prozent betragen, wenn industrielle und private Verbraucher einigermaßen für den Winter gerüstet sein wollen. Doch weil Russland den Gashahn zugedreht hat, beträgt er aktuell nur ca. 64 Prozent – und sinkt weiter.

Dieses prekäre Szenario beherrschte begreiflicherweise die Diskussion mit dem Europaabgeordneten Dr. Markus Pieper, zu der gemeinsam die Mittelstandsvereinigung (MIT) und der CDU-Arbeitskreis Europa in das Restaurant Essenz eingeladen hatten. Pieper ist in der EVP-Fraktion zuständig für Energiesicherheit und Klima, und für den CDU-Politiker ist eines klar: „Putins Krieg gegen die Ukraine zwingt uns, unser Energiesystem noch schneller umzubauen.“ Und dabei sieht er „durchaus Licht am Ende des Tunnels“.

So sei der bei diesem Thema federführende Energie- und Industrieausschuss des Europaparlaments seinem Vorschlag gefolgt, den aktuellen 20-Prozent-Anteil der Erneuerbaren am Gesamtverbrauch bis 2030 auf 45 Prozent zu steigern. Dazu enthält der Beschluss eine Reihe von Vorgaben. So soll der Ausbau von Grünstromprojekten auf zwei je EU-Mitgliedsland verdoppelt werden, größere Energieverbraucher wie Deutschland müssen drei vorweisen. Vor allem wird in dem Pieper-Bericht eine gesetzliche Wasserstoff-Importstrategie vorgeschrieben. Pieper, den die Presse kürzlich als „europäischen Vorkämpfer für den Klimaschutz“ bezeichnete, unterstrich: „Weltweit kann genügend Wasserstoff zu bezahlbaren Preisen produziert werden, wir müssen ihn aber schnell nach Europa bringen und hier die Infrastrukturen ausbauen, sprich die Gasnetze anpassen.“

Kontrovers diskutiert wurde die Frage, wie dieser Angriffskrieg gegen die freie Welt beendet werden kann: Werden sich Putin und Selenskyj auf eine Verhandlungslösung einlassen oder wird die Ukraine diesen Krieg „gewinnen müssen“. Im gesamten Verlauf der fast zweistündigen Diskussion lernten die Teilnehmer – darunter der CDU-Vorsitzende Prof. Jan-Philipp Büchler und Kreisdirektor Dirk Brügge – einen Abgeordneten kennen, der zu Recht als „meinungsstarker Politiker aus der ersten Reihe des Europaparlaments“ angekündigt worden war.