#fürneuss

Startseite

Seriöse Absicht oder närrisches Geplänkel – ganztägige Betreuung in Grundschulen

01.02.2002 1 Minute Lesezeit

    „Die Mitarbeiterin hat sich sehr bemüht“, wohl nur so würden die angestrengten Aktivitäten der SPD-Landesregierung als Reaktion auf die Pisa-Studie im Sprachgebrauch eines Arbeitszeugnisses beurteilt werden. Immerhin passt die neueste Absichtserklärung zur schrittweisen Umwandlung der nordrhein-westfälischen Grundschulen in Ganztagsschulen in die Jahreszeit: närrisches Treiben zur Melodie des alten Karnevalsschlagers „Wer soll das bezahlen?“

    „Auch die CDU fordert angesichts der steigenden Berufstätigkeit beider Elternteile schulpflichtiger Kinder eine Ausweitung der Betreuungszeiten in den Schulen“, stellt Ursula von Nollendorf, Sprecherin des Schulausschusses im Rat der Stadt Neuss und Leiterin des CDU-Arbeitskreises Schule, fest. „Der Teufel steckt aber bei diesem Vorstoß der Landes-SPD – wie meistens – im Detail“, so von Nollendorf weiter. „Als Finanzierungsvorschlag für diese Maßnahme wird von der NRW-SPD der allmähliche Wegfall als zu teuer eingestufter Hortplätze genannt. Hier ist Vorsicht geboten. Wenn ‚vorsorglich‘ schon mal Hortplätze abgebaut werden, die aufwändige Ganztagsbetreuung in den Schulen jedoch auf sich warten lässt, kann der Finanzminister zwar Geld sparen, aber die Kinder sind letztlich die Dummen.“

    „Weiterhin erhebt sich die Frage, wer für die Bezahlung zusätzlicher Kräfte an den Schulen zuständig sein wird“, ergänzt Stephanie Wellens, stellvertretende Parteivorsitzende und Mitglied des Arbeitskreises. „Werden sie als Lehrkräfte eingestuft – und eine Nachmittagsbetreuung ist nur pädagogisch sinnvoll, wenn sie von Fachkräften durchgeführt wird – dann ist die Landesregierung am Zug. Gelten sie jedoch als „Angebot der Schulen“, dann fallen sie unter die Zuständigkeit der Kommunen und damit würden die von der Landesregierung sowieso schon geschröpften kommunalen Kassen noch weiter strapaziert. Von den für die Ganztagsbetreuung notwendigen Infrastrukturen – zusätzliche Aufenthaltsräume, Mensen für eine Mittagsmahlzeit, deren Einrichtung und Unterhaltung – ganz zu schweigen“, so Stephanie Wellens.

    Fazit der beiden Neusser CDU-Frauen: Viele wesentliche Fragen offen und – wie heißt es in einem anderen Karnevalsschlager? „Die Karawane zieht weiter!“