Keine Experimente auf dem Rücken unserer Kinder

Die Kommunalpolitische Vereinigung Neuss ist gegen die Pläne der NRW-SPD, das bestehende gegliederte Schulsystem durch eine Einheitsschule für alle Kinder zu ersetzen. Auf ihrem Bochumer Landesparteitag hatten die nordrhein-westfälischen Genossen eine Änderung des bestehenden Schulsystems beschlossen. Am Ende sollen Gymnasien, Real- und Hauptschulen zu Gunsten einer Einheitsschule abgeschafft werden. CDU-Parteichef Dr. Jörg Geerlings und der Neusser KPV-Vorsitzende Bernd Ramakers lehnen dieses Vorhaben kategorisch ab. „CDU und KPV werden alles dafür tun, dass diese Pläne nicht Realität werden“, so die beiden Kommunalpolitiker.

Geht es nach dem Willen der Genossen, sollen künftig alle Schüler nach der vierten Klasse in einer Einheitsschule zusammengefasst werden. Abschaffen will die SPD auch alle bestehenden Privatschulen. Für die KPV ist der Angriff auf die Schullandschaft verheerend, weil dann in der Konsequenz ausschließlich Schulen mit über 1.000 Schülern weiter bestehen könnten. Alle kleineren Schulen müssten schließen. Unverständlich ist den Christdemokraten auch, warum die SPD gerade die besten Schulen, wie etwa Marienberg, schließen will. „Das zeigt: Der SPD geht es nur um ihre Ideologie, nicht um unsere Kinder", kritisierte Ramakers. Die CDU steht weiter klar zum gegliederten Schulwesen. Mit der Einführung der SPD-Einheitsschule wäre NRW das einzige Bundesland ohne gymnasiales Angebot. „Der Elternwille würde komplett abgeschafft, denn die SPD-Einheitsschule wäre eine Zwangs-Einheitsschule. Alternativen, Wahlmöglichkeiten, Vielfalt – das alles gäbe es zukünftig nicht mehr“, so CDU-Chef Dr. Geerlings.

Aus Sicht der CDU hat die SPD viele Jahre die Schulen sträflich vernachlässigt. Das habe sich seit Regierungsübernahme in Düsseldorf spürbar verbessert. Beispiele sind die Bekämpfung des latenten Unterrichtsausfalls, der Ausbau der Ganztagsbetreuung an den Schulen und die Stärkung der Hauptschulen und damit des gegliederten Schulsystems. Für Bernd Ramakers steht aber auch fest, dass die Hauptschulen durch mehr Praxisbezug eine Renaissance erleben und - wo Bedarf - zu Ganztagshauptschulen ausgebaut werden müssen. „Angesichts dieser und vieler weiterer sichtbarer Erfolge brauchen wir kein neues Schulsystem, sondern es lohnt sich, das bestehende weiter auszubauen und zu verbessern.“