Junge Union fordert Erhalt der sozialen Großstadt Neuss

 Die Junge Union Neuss fordert trotz der im kommenden Jahr erforderlichen Sparmaßnahmen den Erhalt der sozialen Großstadt Neuss. Das ist das Ergebnis der Haushaltsberatungen innerhalb der JU.

Wenn – wie vom Bürgermeister vorgeschlagen – sämtliche Geschäftsstellenzuschüsse an die freien Träger im Jugend- und Sozialbereich gestrichen würden, dann – so befürchtet die JU – könnten diese schlimmstenfalls ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Ein maßgeblicher Teil des sozialen Netzes der Stadt bräche dann ersatzlos weg. Daher fordert die JU, den Sozialverbänden auch in Zukunft ihre Arbeit zu ermöglichen. Neuen Wegen der Finanzierung steht der CDU-Nachwuchs aber offen gegenüber.

Auch die Streichung der Zuschüsse zur Schuldnerberatung lehnt die JU ab. Der jährliche Schuldneratlas zeige, dass es nach wie vor hohen Bedarf an Hilfen gebe, diesem müsse auch in Zukunft Rechnung getragen werden. Bereits vor einigen Jahren hatte die JU sich erfolgreich für eine Ausweitung der Schuldnerberatung eingesetzt und damals auch präventive Maßnahmen angestoßen.

Mit großer Sorge sieht die Junge Union außerdem die derzeitige Personalpolitik im Rathaus. Durch den Einstellungsstopp komme es jetzt schon zu Personalengpässen und Angebotseinschränkungen, etwa bei der Musikschule. Angesichts der demografischen Entwicklung werde mittelfristig qualifiziertes Personal für wichtige Positionen fehlen, wenn am Einstellungsstopp festgehalten werde.

Die JU sieht sich aber dennoch in der Pflicht, konstruktive und vor allem nachhaltige Politik zu betreiben, sodass sie noch nicht ausgeschöpftes Einsparpotenzial bei anderen freiwilligen Leistungen, wie etwa im Kulturbereich sieht. „Es kann nicht sein, dass bereits öffentlich über die Schließung einer Jugendeinrichtung in Erfttal oder der Innenstadt diskutiert wird, während kulturelle Veranstaltungen praktisch Bestandschutz genießen. Dies soll keineswegs das Kulturangebot schmälern, jedoch sehe ich es als bedenklich an, jährlich Hunderttausende in das Angebot und die Subvention von Eintrittskarten des Rheinischen Landestheaters zu stecken. Dies wäre durch eine minimale Erhöhung der Eintrittspreise zu kompensieren“, äußert sich JU-Geschäftsführer Kevin Selhorst.