Historische Sensibilität ist gefordert

Karl Heinz Baum
Karl Heinz Baum

Im Vorfeld der anstehenden Beratungen der vom Rat der Stadt Neuss eingesetzten Architekturgruppe für den Neubau der Musik- und Volkshochschule auf dem ehemaligen Gelände des Busbahnhofs, dem auch Vertreter der einzelnen Ratsfraktionen angehören, haben sich die CDU-Stadtverordneten Karl Heinz Baum, Heinz Hick und Stephanie Wellens in einem Expertengespräch mit Architekten, Stadtplanern und Vertretern der Neusser Heimatfreunde und der Stadtgeschichte beraten.

Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass aufgrund der prägnanten Lage im Bereich der historischen Stadtkante und der städtebaulichen Bedeutung des Projekts der zu errichtende Neubau einem hochwertigen architektonischen Anspruch gerecht werden sollte und eine städtebauliche überzeugende Situation sicher stellen muss.

Darüber hinaus seien die sich im Baugrund befindlichen Reste mittelalterlichen Gebäudeteile in den Neubau des Schulgebäudes zu integrieren. Nach Abschluss der Baumaßnahmen erwartet die Expertenrunde ein Gebäude, das Ausdruck einer zeitgemäßen, wirtschaftlichen, einladenden und hochwertigen Architektur ist sowie die Standortqualität der Stadt Neuss stärkt.

Bereits bei der Ratsentscheidung im Februar 2008 zur Vorbereitung des PPP-Vergabeverfahrens hatte die CDU-Ratsfraktion beantragt, dass parallel zu den Hochbaumaßnahmen die Wegebeziehungen zu den Bereichen Kreishaus/RLT, Parkhaus Tranktor (Fußgängerbrücke) und An der Münze neu zur ordnen sind und dem Planungsausschuss entsprechende Vorschläge spätestens 6 Monate vor Fertigstellung des Gebäudes vorzulegen sind. Zudem müsse der Kehlturm als Aussichtsturm für die Öffentlichkeit zugänglich und erlebbar bleiben.

Auch wegen der stadtgeschichtlichen Bedeutung des Areals zwischen der Brückstraße und der Hymgasse (Handelszentrum / damals direkt am Rhein, Klosterstandort mit Bürgerhospital, Schlachthaus, Kaffeemühle, Neusser Dampfmühle) sollte das Fachgremium Architektur nach Auffassung der CDU-Vertreter bei der Bewertung der Angebote aus dem Bieterverfahren neben der Integration der mittelalterlichen Bodenbefunde in den Neubau eine dem historischen Umfeld entsprechende Sensibilität - insbesondere hinsichtlich der Dachformen, der Fassadengestaltung und des Erhalts der Hymgasse und Brückstraße - fordern.