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CDU-Fraktion protestiert gegen neue Vergabe-Praxis der Bundesagentur für Arbeit

Herausragende Sozialarbeit in Frage gestellt

08.04.2004 1 Minute Lesezeit

„Die CDU-Fraktion hat die Arbeit der Neusser Bildungseinrichtungen – Berufsförderungszentrum Schlicherum und Kolping-Werk - stets unterstützt. Gerade die Förderung benachteiligter Jugendlicher liegt uns besonders am Herzen. Umso weniger können wir die Haltung der Bundesagentur für Arbeit gut heißen, die ohne Rücksicht auf kommunal und regional entstandene Strukturen und Erfahrungen die Vergabe von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ausschließlich nach Kostengesichtspunkten ausrichtet“, kommentiert die stellvertretende Vorsitzende der Neusser CDU-Fraktion die traurige Nachricht von der drohenden Schließung des Berufsförderungszentrums in Schlicherum.

„Die Arbeit der Schlicherumer Einrichtung sowie des Neusser Kolping-Bildungswerks ist gerade heute eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Wenn trotz engen Angebots auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor mehr als drei Viertel aller Jugendlichen, die die Förderung in Schlicherum sowie des Neusser Kolping-Bildungswerks durchlaufen haben, in feste Arbeitsverträge vermittelt werden konnten, so zeigt dies die hohe Qualität der pädagogischen Arbeit beider Einrichtungen. Dies darf nicht nur finanziellen Gesichtspunkten zum Opfer fallen, “ so der stellvertretende Bürgermeister Thomas Nickel, gleichzeitig stellvertretende Vorsitzender des Trägervereins des Schlicherumer Berufsförderungszentrums.

Kolping strebt Bietergemeinschaften mit anderen Kolping-Einrichtungen auf Landesebene und darüber hinaus an, um gemeinsam die neuen Ausschreibungsbedingungen „schultern“ zu können. „Hierfür ist allerdings Planungssicherheit nötig. Es kann nicht sein, dass zwar eine Änderung des Ausschreibungstextes seitens der Bundesagentur für Arbeit angekündigt wird, die Träger aber über die entscheidenden Bedingungen im Unklaren gelassen werden“, kritisiert Anne Holt die derzeit völlig offene Lage.

„Über Sparmaßnahmen nachzudenken, ist die eine Seite, Kostensenkungen dürfen aber nicht über die moralische Verantwortung für die Benachteiligten unserer Gesellschaft gestellt werden und zur Zerschlagung von Strukturen führen, die bisher vielen Jugendlichen die Chance auf ein selbstbestimmtes Berufsleben eröffnet haben. Die Bundesagentur sollte ihre Entscheidung revidieren und über Alternativen nachdenken. Statt radikaler Schnitte ist behutsamere Kreativität gefragt, die der wertvollen Arbeit von örtlichen und regionalen Trägern Rechnung trägt“, fordert Thomas Nickel abschließend.

„Wenn jetzt die Bundesagentur ein Los auf das Neusser Stadtgebiet zugeschnitten hat, so ist dies ein positives Signal und der erste Schritt in die richtige Richtung!“