Mehr Kita-Plätze, flexiblere Öffnungszeiten und ein weiteres beitragsfreies Jahr – das neue Kinderbildungsgesetz (KiBiz) ist ein Pfund für Kinder und Familien. In der vergangenen Woche hat der Landtag das Gesetz beschlossen, ab dem 1. August 2020 wird es gelten.

Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick:

  • Kitaplatz-Garantie: Das Land finanziert jeden notwendigen neuen Kita-Platz.
  • Flexiblere Öffnungszeiten: Das Land und die Städte finanzieren flexiblere Öffnungszeiten morgens und abends.
  • Geringere Elternbeiträge: Das letzte Kita-Jahr ist schon lange beitragsfrei, jetzt übernimmt das Land auch die Beiträge für das vorletzte. Die Stadt Neuss legt noch eine Schüppe drauf: auch das drittletzte Kita-Jahr ist in Zukunft beitragsfrei.
  • Mehr Personal: Die Kitas können mehr Personal einstellen. Das Land will zusätzliche Fachkräfte anwerben und Auszubildende im Praxisjahr besser unterstützen.
  • Finanzielle Planungssicherheit: Die Kitas erhalten pro Kind einen Pauschalbetrag, der jedes Jahr unter Berücksichtigung der tatsächlichen Kostenentwicklung erhöht wird.
  • Mehr Geld für Familienzentren: Sie bekommen in Zukunft 20.000 Euro pro Jahr statt bisher 13.000 Euro.
  • Mehr Geld für Tagespflege: Tagesmütter und -väter bekommen in Zukunft mehr Geld. Der Zuschuss steigt von jetzt 804 Euro auf 1109 Euro im Jahr 2020/21.

„Sieben Jahre lang hat die alte rot-grüne Regierung es nicht geschafft, das Kinderbildungsgesetz zu überarbeiten. Wir haben jetzt nur zwei Jahre gebraucht“, freut sich der Neusser Landtagsabgeordnete Dr. Jörg Geerlings (CDU). „Das neue Gesetz ist gut für unsere Kinder und gut für Neuss. Wir gehen auf die Wünsche vieler Eltern und Kitas ein.“

Aber: das neue Gesetz ist auch ein finanzieller Kraftakt, denn die Neuerungen kosten viel Geld. Land und Bund bringen pro Jahr 1,3 Milliarden zusätzlich auf, die Städte und Gemeinden beteiligen sich mit zusätzlichen 375 Millionen. Doch Bund, Land und auch die kommunalen Spitzenverbände waren sich schnell einig, dieses Geld zu investieren. „Unsere Kinder sind es wert“, sagt Geerlings.

„Jetzt ist die Stadt Neuss am Zug, den Schwung des neuen Gesetzes zu nutzen“, sagt der jugendpolitische Sprecher der CDU Neuss, Thomas Kaumanns. „Die Rahmenbedingungen stimmen, jetzt muss das Rathaus liefern!“ In den beiden vergangenen Jahren war die Nachfrage nach Betreuungsplätzen wesentlich höher als das Angebot, viele Familien konnten nicht sofort versorgt werden.