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CDU Neuss kritisiert Sterbehilfe in den Niederlanden

19.12.2000 1 Minute Lesezeit

    „Der niederländische Vorstoß zur Legalisierung der Sterbehilfe ist ein Irrweg und eine politische Bankrotterklärung angesichts der Leiden vieler Schwerstkranker und Sterbender,“ so die harsche Kritik des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Cornel Hüsch an der Euthanasie-Regelung unserer westlichen Nachbarn. Das in den Niederlanden beschlossene Gesetz erlaubt, dass Ärzte künftig ausweglos kranken Patienten aktive Hilfe beim Sterben gewähren dürfen.
    Die niederländische Regelung setze Sterbende und Schwerstkranke einem unerträglichen Druck aus, „denn schon jetzt fürchten viele in den letzten Wochen ihres Lebens der Umgebung zur Last zu fallen.“ Die vermeintlich einfache Lösung, auch um für die Angehörigen die Sorge zu beenden, schaffe nicht Entscheidungsfreiheit, sondern schränke sie im Gegenteil ein, fürchtet der Christdemokrat.
    Die Unantastbarkeit und Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens in jeder Phase werde durch diese Regelung grundsätzlich in Frage gestellt. „Hier findet eine Entsolidarisierung mit einer der schwächsten Gruppen unserer Gesellschaft statt, die am stärksten auf unseren Schutz und unsere Hilfe angewiesen sind.“
    Wie diese Hilfe aussehen kann, zeigt das Augustinus Hospiz in Neuss. Bei einem kurzen Besuch mit dem CDU-Landesvorsitzenden Dr. Jürgen Rüttgers im Hospiz waren die Gäste von der gelassenen, ruhigen und freundlichen Stimmung des Hauses fasziniert. Hier sei niemand in seinen letzten Tagen allein und verlassen, die individuelle Betreuung stehe im Mittelpunkt, wurde den Besuchern überzeugend von Schwester Maria Goretti vermittelt.
    „Die Hospiz-Bewegung und die schmerzlindernde sogenannte Palliativmedizin beweisen, dass es eine menschliche Alternative zur aktiven Sterbehilfe gibt,“ ist Hüsch nach dem Besuch im Augustins-Hospiz mehr denn je überzeugt. Um so erschreckender sei es, dass bisher nur etwa 90% der entstehenden Kosten von Krankenkasse und Pflegeversicherung getragen werden.
    „Es kann nicht sein, dass die wichtige Arbeit der Hospize durch unzureichende Finanzierung belastet wird.“ Hier sei der Gesetzgeber gefordert, endlich eine der Aufgabe angemessene und ausreichende Finanzausstattung zu sichern.
    „Das sind wir den Sterbenden, ihren Angehörigen und den im Hospiz tätigen hauptamtlichen wie ehrenamtlichen Kräften schuldig;“ so Hüsch, der innerhalb der CDU Initiativen in dieser Richtung starten will.