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Union setzt auf Gröhe

15.06.2005 2 Minuten Lesezeit
Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 16. Juni 2005

Hermann Gröhe MdB (Foto: www.cdu.de / Laurence Chaperon)

Hermann Gröhe MdB

Foto: www.cdu.de / Laurence Chaperon

Hermann Gröhe MdB soll erneut im Wahlkreis 109 die CDU in den Wahlkampf führen. Er wurde am Mittwoch Abend mit großen Mehrheiten in Dormagen, Neuss und Rommerskirchen als Kandidat vorgeschlagen.

Ausgestattet mit klaren Voten der vier CDU-Stadt-und Gemeindeverbände geht Hermann Gröhe MdB in die offizielle Aufstellungsversammlung, die für den 2. Juli terminiert ist. Nach einstimmiger Unterstützung durch die Mitgliederversammlung in Grevenbroich (in offener Abstimmung) erhielt Gröhe am Mittwoch Abend auch das politische Votum der Christdemokraten in Rommerskirchen, in Dormagen (jeweils einstimmig in offener Abstimmung) und in „seinem“ Stadtverband Neuss. In der Stadthalle votierten am Mittwoch Abend in einem geheimen Wahlgang 131 CDU-Mitglieder für Gröhe; fünf sagten „Nein“.

Diese 96,33 Prozent Zustimmung wertete ein sichtlich aufgeräumter Kandidat als „tolles Ergebnis für ein großartiges Ziel“. Den stehend Beifall spendenden Parteifreunden dankte Gröhe für „das Vertrauen heute“ und bat gleichzeitig um „Unterstützung für die kommenden Wochen.“ Kommt es zu vorgezogenen Wahlen, wie von Bundeskanzler Gerhard Schröder angekündigt, so könnten die Bürger bereits am 18. September zu den Urnen gerufen werden. Die Spannung hielt sich am Mittwoch Abend in Grenzen. Ohne Gegenkandidaten ging es für Hermann Gröhe lediglich um die Antwort auf die Frage, wie gut das Ergebnis ausfallen werde.

Kritik am Abgeordneten war im Vorfeld aus Reihen der so genannten „Jungen Wilden“ um Markus Kuhl und Tobias Goldkamp gekommen. Die Gruppe war am Mittwoch zahlenmäßig nur schwach vertreten. Einer ihrer Sprecher, Michael Franken, fragte nach Gröhes Haltung zur rot-grünen Visa-Politik. Staatssekretär Ludger Volmer hatte vor dem Untersuchungsausschuss erklärt, Gröhe habe außerhalb einer Sitzung gesagt: „Finde ich eher gut, was ihr da macht!“ Gröhe wies den Vorwurf, er unterstütze die rot-grüne Visa-Politik erneut als „absurd“ zurück. In einer kurzen Begegnung mit Volmer seien ausschließlich konkrete Einzelfälle besprochen worden: „Es ging stets um mehr Differenzierung zur Lösung humanitärer Einzelfälle, nie um einen Verzicht auf jede Differenzierung und Kontrolle sowie die damit verbundene Erleichterung der Schlepperkriminalität.“

Hermann Gröhe war vom Neusser CDU-Chef Dr. Jörg Geerlings als Kandidat vorgeschlagen worden. Der zeigte sich dann in seiner Vorstellungsrede kämpferisch: „Jeder Tag, der früher Schluss ist mit Rot-Grün in Berlin, ist ein guter Tag für Deutschland.“ Er, der Sprecher für Menschenrechtsfragen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, legte die Schwerpunkte seiner Rede am Mittwoch auf die Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik: „Vorfahrt für Arbeit.“ Gröhe berichtete von einem Gedankenaustausch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Bayer-Abspaltung Lanxess, Heitmann, bei dem es um politische Rahmenbedingungen gegangen sei, „die helfen können, den Standort Dormagen nach schmerzhaften Umstrukturierungsmaßnahmen zu erhalten.“

Am Donnerstag wiederum werde er in Berlin mit Vertretern der Konzernzentrale von Hydro-Aluminium zusammentreffen: „Kein anderer Wirtschaftsbereich leidet so unter der verfehlten rot-grünen Energiepolitik.“ Über 5000 Menschen arbeiten im Rhein-Kreis in der Aluminiumindustrie.

Von Ludger Baten