Umstrukturierung des Stadtmarketings bringt erste Resultate

Dr. Jörg Geerlings
Dr. Jörg Geerlings
„Die Zukunftsinitiative Neuss ist eine Chance, die es zu nutzen gilt“, unterstreicht CDU-Stadtverbandsvorsitzender, Dr. Jörg Geerlings. Es sollten sich alle Eigentümer an dem geplanten Dachverein beteiligen und damit einen wichtigen Schritt zur Zukunftsgestaltung der Innenstadt leisten. Das auf Initiative der CDU hin neu aufgestellte Stadtmarketing Neuss gehe damit den richtigen Weg. Stadtmarketing sei eine Gemeinschaftsaufgabe der Kommune und vieler Partner. Aufgabe des Stadtmarketing Neuss sei es dabei - wie nun geschehen - Impulse zu geben und Akteure zu bündeln.

Bereits mit dem Stadtparteitag Stadtentwicklung im Oktober 2006 hatte die CDU Neuss den Handlungsrahmen für ein neues Stadtmarketing entwickelt. „Immobilien- und Standortgemeinschaften bedürfen naturgemäß eines längeren Planungsvorlaufs, da zunächst Überzeugungsarbeit bei den Händlern und Vermietern zu leisten sei“ betont Geerlings. Vielleicht habe auch der Baufortschritt am Huma-Einkaufspark zu der verstärkten Erkenntnis geführt, dass großer Handlungsbedarf bestehe; denn dies werbe gerade mit seinem einheitlichen Auftreten.

Die Umfrageergebnisse der Kunden, Hauseigentümer und Händler zur Bewertung der Innenstadtangebote sollten dabei jedoch mehr Ansporn als Entmutigung sein. Neuss sei eine Stadt der kurzen Wege. Zudem habe die Stadt mit Schützenfest, großen Sportereignissen, wie dem Sommernachtslauf, sich stetig verbessernder Aufenthaltsqualität, dem Shakespeare-Festival u.v.m. besondere, sich von anderen Städten abhebende Potenziale. „Das Quirinus-Münster steht nun einmal als unser Wahrzeichen in der Stadt; das kann kein Center bieten.“


Hintergrundinformation:
Aus dem Beschluss des Stadtparteitags Stadtentwicklung der CDU Neuss vom 21.10.2006

Immobilien- und Standortgemeinschaften 
In den Innenstädten, Stadtteilen und Wohnquartieren vollzieht sich seit Jahrzehnten ein Strukturwandel. Zunehmende Leerstände in den Ladenlokalen, abnehmende Kundenfrequenz und eine Verschlechterung des Erscheinungsbildes sind die Folgen. Ursachen sind unter anderem:
  • Zunehmender Wettbewerbsdruck,
  • Die Konkurrenz zum großflächigen Einzelhandel außerhalb der Innenstadt,
  • Das Entstehen von großen Shopping-Zentren.
Und damit verbunden: abnehmende Kundenfrequenzen.
Die Folge: Ladenlokale werden an Filialisten verpachtet, Telefonläden von Gesellschaften, Bäckereien von Billiganbietern und Ketten von Drogeriemärkten. Nach Auffassung der CDU Neuss müssen durch ein gemeinsames Vorgehen solidarische Gegenstrategien entwickelt werden. Sowohl die Stadt Neuss als auch z.B. die Interessenverbände müssen sich darum bemühen, dem für die Innenstadt nachteiligen Strukturwandel durch die Förderung von Stadtmarketingkonzepten und Bildung von Immobilien- und Standortgemeinschaften entgegenzuwirken. Einen neuen Lösungsansatz für dieses Problem bieten die sogenannten Business Improvement Districts (BID).  BIDs sind ein Stadtentwicklungsmodell, das sich an der Revitalisierung innerstädtischer Quartiere und Stadtteile orientiert, auf der Eigeninitiative der lokalen Wirtschaft beruht und in Hamburg und Hessen bereits mit Erfolg praktiziert wird.
Es geht darum, Geschäftsinhabern und Immobilieneigentümern ein Instrument an die Hand zu geben, um auf freiwilliger Basis und durch Eigeninitiative ihren Standort zu stabilisieren und attraktiver zu gestalten. Es handelt sich also um Maßnahmen, die über den üblichen Handlungsrahmen der Stadt hinausgehen, sozusagen als Mehrwert, den die Stadt nicht im wünschenswerten Umfang leisten kann.