Traditionelles CDU-Fischessen zum Thema Staatsschuldenkrise

Prof. Dr. Michael Hüther; Dr. Jörg Geerlings MdL
Prof. Dr. Michael Hüther; Dr. Jörg Geerlings MdL

Foto: Gesine Eschenburg

Mehr als 180 Gäste folgten am Donnerstagabend der Einladung der CDU Neuss zum traditionellen Fischessen, darunter der 1. Stellvertretende Bürgermeister Thomas Nickel und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Gastgeber Dr. Jörg Geerlings MdL erinnerte eingangs an den bewegenden Tag, der dem Kampf gegen den Rechtsextremismus gewidmet war. Die CDU fordere – auch in Neuss – eine starke Zivilgesellschaft, die rechtsextremes Handeln nicht toleriere.

Als Referenten des Abends begrüßte der Vorsitzende Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Mit seinem Vortrag „Für eine neue Kultur der Mitverantwortung! Antworten auf die Staatsschuldenkrise“ griff er ein hochaktuelles Thema auf, das die Gesellschaft gegenwärtig sehr beschäftigt.

Mit Sorge betrachte er die aktuellen Entwicklungen, dass die Deutschen dem kapitalistischen System weniger vertrauten. Allen müsse klar sein, dass nur ein System funktionieren könne, das Krisen nicht unterdrücke. Anderenfalls werde es irgendwann implodieren – das hätten die Erfahrungen des Ostblocks gezeigt, so das Credo von Hüther.

Kritisch äußerte sich Hüther zu politischen Überlegungen, das Wachstum der Wirtschaft zugunsten einer gesellschaftlichen Umverteilung zu vernachlässigen. Seine These sei, dass das Wachstum der Kern freiheitlicher Ordnung ist.

Aber auch seinen eigenen Berufsstand nahm Hüther nicht von der Kritik aus. Mit Blick auf die Mitverantwortung jedes Einzelnen an der gesellschaftlichen Entwicklung hätten die Ökonomen eine argumentative Lücke hinterlassen. Man könne nicht nur auf die individuelle Moral hoffen, sondern müsse faire Regeln für alle vereinbaren. Dabei brach er eine Lanze für die repräsentative Demokratie, die alle Elemente einer ausführlichen Bürgerbeteiligung enthalte. Er sehe eine große Bereitschaft, der Bürgerinnen und Bürger, sich gesellschaftlich einzubringen. Aber erst die Freiwilligkeit gebe dem Engagement die notwendige Würde.

Geerlings dankte dem Referenten des Abends abschließend für seinen interessanten Vortrag. Er habe ein anspruchsvolles Thema schlüssig und nachvollziehbar aufbereitet. Hüthers Denkansätze seien sicherlich die Grundlage für weitere Diskussionen.