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Tagesobdachlose Kinder in Neuss: Thema für den CDU-Arbeitskreis Familie

04.02.2002 1 Minute Lesezeit

    Familienfreundliche Arbeitszeiten waren Thema im Arbeitskreis Familie der CDU Neuss im letzten Jahr. Wichtig für berufstätige Mütter und Väter ist in diesem Zusammenhang auch das Betreuungsangebot für Kinder, das durch die flächendeckende Bereitstellung von Kindergartenplätzen in Neuss allerdings nur zum Teil gelöst ist. Gerade in sozialen Brennpunkten der Stadt besteht ein seit einigen Jahren deutlich gestiegener Bedarf an Grundversorgung – mit ganztägiger Betreuung und Mahlzeiten – für tagesobdachlose Kinder.

    Über diese Entwicklung erfuhren die Mitglieder des Arbeitskreises Genaueres von Elisabeth Werhahn-Pauly (SKF/ Sozialdienst Katholischer Frauen) und Christiane-Odilia Lienen, Mitarbeiterin des Weckhovener Jugendtreffs, der dort mit engagierter Unterstützung des SKF (Hausaufgabenbetreuung) seit 1995 die Betreuung tagesobdachloser Kinder durchführt. „Wir haben von den beiden Referentinnen eindrucksvoll erfahren, dass durch den Zuzug sozial schwacher Familien in die Weckhovener Randbezirke die Notwendigkeit entstanden ist, über die Arbeit eines reinen Kinder- und Jugendtreffs hinaus die Sicherung der Grundbedürfnisse der Kinder – warmes Essen, saubere Kleidung, psycho-soziale Betreuung – anzubieten“, so Tobias Goldkamp, Leiter des Arbeitskreises.
    C. O. Lienen führte weiter aus, die nordrhein-westfälische Landesregierung habe dieses Angebot für tagesobdachlose Kinder nicht als förderungswürdiges Projekt anerkannt; angesichts leerer Kassen seien dann sowohl die Neusser Tafel als auch die Stadt Neuss in großzügiger Weise eingesprungen, um die weitere Durchführung zu sichern.

    Stephanie Wellens, stellvertretende Leiterin des CDU-Arbeitskreises und stellvertretende Parteivorsitzende, fragte die Referentinnen nach ihren Wünschen zur weiteren Unterstützung des Treffs.C.O. Lienen nannte nicht nur die unbedingt notwendige Fortführung der Betreuung tagesobdachloser Kinder, sondern - im Sinne langfristiger Prävention – auch die Unterstützung der Eltern, z.B. durch Sozialarbeiter vor Ort, mit deren Hilfe Sozialhilfeempfänger in Arbeitsverhältnisse zurückfinden könnten, das durch Aggressionen geprägte tägliche Umfeld der Familien stabiler und damit auch die Sicherung familiärer Strukturen verbessert werden könnte.

    „Das Beispiel Weckhoven zeigt, dass angesichts knapper öffentlicher Kassen die Betreuung sozialer Randgruppen ohne intensives ehrenamtliches Engagement nicht möglich wäre. Leider ist dieser Bereich nach wie vor eine Frauendomäne. Männliche Ehrenamtler werden genauso dringend gebraucht, denn gerade den Kindern allein erziehender Mütter fehlt die wichtige Beziehung zum Vater. Hier könnten ehrenamtliche „Ersatz-Väter“ eine wichtige pädagogische Funktion erfüllen“, so Stephanie Wellens.