„Sucht darf kein Tabuthema sein!“

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Die Junge Union Neuss (JU) spricht sich in der Drogenpolitik gegen eine Tabuisierung des Themas aus. „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es – wie in anderen Städten – auch eine große Zahl an Suchtkranken in Neuss gibt. Zu einem großen Problem droht zudem bei Jugendlichen das sogenannte ‚Exzessive Rauschtrinken’ zu werden“, sagte Sven Schümann, Sprecher der JU-Fraktion nach einem Besuch der Jungpolitiker bei der Fachambulanz für Suchtkranke des Caritasverbandes in Neuss.

Nach den gewonnenen Informationen träfen sich Jugendliche regelmäßig (z.B. am Wochenende), um sich mit Alkohol gezielt in einen Rauschzustand zu versetzen und um über die eigenen körperlichen Grenzen hinauszugehen.

Der JU geht es nicht allein um eine ablehnende Haltung gegenüber diesem Verhalten, sondern auch darum, Jugendliche für ihr Verhalten zu sensibilisieren. Sicher gebe es viele Jugendliche, die nur ihre Grenzen austesten, ohne gleich alkoholabhängig zu werden. Insoweit folge aus einem „Ausprobieren“ alleine noch keine Abhängigkeit. Sucht entwickele sich nicht allein durch den Einfluss der Droge. „Auch die Persönlichkeit und weitere Umweltfaktoren spielen eine Rolle“, wie Herr Jünger vom Caritasverband den Jungpolitikern erläuterte. Daher gehe es darum, die Menschen in Suchtfragen qualifiziert über den Umgang mit Alkohol, Tabak, etc. zu beraten. Wichtig ist für Jünger bei suchtkranken Eltern auch die Begleitung der Maßnahmen durch ein Angebot für deren Kinder.

Probleme bestünden bei der Behandlung von Suchtkranken zwar auch aufgrund der Änderungen im Gesundheitssystem. So seien die Zeiten für eine stationäre Entwöhnung verkürzt worden. Dennoch sei nicht für alle Suchtkranke eine stationäre Entwöhnung erforderlich. Die ambulante Therapie sei für einige Betroffene daher eine Alternative.