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Rita Hau schreibt Brief an Friedrich Merz

Steter Kampf für Belange der Frauen

05.06.2002 1 Minute Lesezeit
Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 5.6.2002

Steter Kampf für Belange der Frauen

Die Neusser Frauen-Union (FU) im CDU-Stadtverband hat sich gegen die Einführung einer Wehrdienstpflicht für Frauen ausgesprochen. "Solange im breiten sozialen Umfeld Männer noch nicht selbstverständlich eingebunden sind", sagt die Neusser FU-Vorsitzende, Ratsfrau Rita Hau, "weigern wir uns, die Einführung der Wehrdienstpflicht für Frauen zu akzeptieren".

Ihre Position macht die Neusser Frauen-Union in einem Brief an den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz, deutlich: "Wenn inzwischen in Führungspositionen in Politik und Gesellschaft mehr Frauen Fuß fassen konnten, ist dies weitestgehend nur dem Quorum zuzuschreiben. Und selbst mit diesem müssen die vorgewiesenen Leistungen der Frauen die der Männer weit übersteigen."

In Neuss, so räumt Hau ein, seien die CDU-Frauen in Führungsämtern "nicht schlecht" vertreten: Angelika Quiring-Perl ist Erste Bürgermeister-Stellvertreterin, Anna Maria Holt ist Fraktions-Vize, mit Dorothea Gravemann und Stephanie Wellens stehen CDU-Chef Cornel Hüsch zwei Damen als Stellvertreterinnen zur Seite, rund 50 Prozent der gewählten Mitglieder des Parteivorstandes sind weiblich, zehn Frauen gehören der 33-köpfigen Ratsfraktion an.

"Schon allein um diesen Standard zu halten, müssen wir stetig gute Arbeit leisten und kämpfen", sagt FU-Schriftführerin Gertrud Hilgers. Beispielhaft verweist Rita Hau auf die so genannte Große Ratsfraktion der CDU. Es sei sehr schwer, dort Sachkundige Bürgerinnen gegen männliche Mitbewerber durchzusetzen: "Aber wir bleiben am Ball." Der soeben neu formierte FU-Vorstand geht mit Engagement an die Arbeit. Er stützt sich auf 480 Mitglieder. Allerdings zählt der Kreis der in der FU aktiven Frauen lediglich 40.

Der Grund: Alle Frauen, die das CDU-Parteibuch tragen, sind automatisch Mitglied der Frauen-Union. Die Mitgliedschaft in der Vereinigung ist aber auch ohne Parteibuch möglich. Diese Variante bleibt aber die große Ausnahme. Gleichwohl verstehen Rita Hau. Gertrud Hilgers und Pressesprecherin Doris Berthold die FU nicht als geschlossene Gesellschaft. Im Gegenteil: Die Angebote richten sich ausdrücklich auch an Nicht-Mitglieder.
-lü-