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"Sport-Manager soll im Rathaus Regie führen"

07.08.2000 2 Minuten Lesezeit
Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 07.08.2000

Neuss. Mit einem Konzeptpapier "Sport 2010 - Sport für Neuss" will die CDU-Ratsfraktion offenbar "die schönste Nebensache der Welt" wiederentdecken. Im Kern des von Dr. Hermann-Josef Baaken federführend formulierten neunseitigen Papiers steht die Forderung nach einem professionellen und fachkundigen Sport-Manager. Baaken, stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion und "Vize" des TSV Norf, sieht diesen hauptamtlichen Manager als Mittelpunkt eines Sport-Office im Rathaus.

Dessen Aufgabe sei es, die Notwendigkeit von sportlichen Kooperationen und Fusionen, organisatorische Strukturen, Einführung und Förderung der Hauptamtlichkeit in Vereinen und die generelle Professionalisierung der Vereinsarbeit inklusive Sponsoring "gemeinsam mit betroffenen und interessierten Vereinen sowie dem Stadtsportverband (SSV) zu prüfen". Ferner sollen in diesem Büro Ideen für den Sportausschuss entwickelt werden, "sofern eine Unterstützung durch Politik und Verwaltung technisch und finanziell notwendig ist".

Die CDU kündigt einen entsprechenden Ratsantrag an, damit die Verwaltung zusammen mit dem SSV eine Konzeption für die Ausgestaltung des Sport-Office erarbeitet. Notfalls seien die Voraussetzungen für die Mittelbereitstellung zu schaffen. In dem Baaken-Papier, dem die Ratsfraktion "im Grundsatz" folgte, plädiert die CDU zudem für ein neues Bäderkonzept. Dabei spricht sich die Union "nicht grundsätzlich gegen die Schließung eines Bades" aus. Wichtigstes Ziel sei aber, in Neuss für alle Zielgruppen ein qualitativ hochwertiges und finanziell akzeptables Angebot zu schaffen.

Ferner betonen die Christdemokraten den "dringenden Bedarf, Sporteinrichtungen über das bisherige Maß hinaus zu öffnen", um den neuen Anforderungen der Nutzung - auch durch Jugendliche wie zum Beispiel zu Nachtzeiten oder in den Ferien - zu entsprechen. Mit Blick auf den Sporthallen-Bau fordert die CDU der "Qualität Vorrang vor Quantität" zu geben. So könne es durchaus sinnvoll sein, im Rahmen begrenzter finanzieller Möglichkeiten eine Halle den modernen Bedürfnissen mit der gesamten Infrastruktur anzupassen und dafür auf den Bau einer anderen Halle zu verzichten.

Angesichts der Nutzung der jetzt neu geplanten Schulturnhallen an der Aurienstraße und an der Weberstraße durch den Vereinssport außerhalb der Schulzeit sieht die CDU-Fraktion die Notwendigkeit, mindestens eine dieser Hallen mit gehobenem Standard - das heißt über den Anforderungen als reine Schulturnhalle hinaus - zu errichten.

Deshalb fordert die Union im Rahmen der Bauplanung und Antragstellung als Bedingungen eine Dreifachturnhalle mit ausreichend großer Tribüne für Zuschauer und adäquater Infrastruktur einschließlich Bewirtung, um den Bedürfnissen bei Sport-Großveranstaltungen gerecht zu werden. An der Forderung nach einer Multifunktionshalle im Neusser Süden hält die CDU auch weiterhin fest.

Ludger Baten