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Ausbilder von Kosten entlasten

SPD-Vorschlag zur Ausbildungsabgabe löst die Probleme des Arbeitsmarktes nicht

12.06.2003 1 Minute Lesezeit

    Die Neusser CDU lehnt die vorgeschlagene Einführung einer Ausbildungsabgabe ab. Jede weitere Belastung für die Unternehmen wirke für Lehrstellen vernichtend. Für das Ausmaß der Lehrstellenkatastrophe trage die rot/grüne Bundesregierung schwere Mitverantwortung. Deutschland weit fehlten Ende Mai über 170.000 Lehrstellen - allein in den neuen Ländern 85.000 Ausbildungsplätze. „Rot/Grün hat die junge Generation im Stich gelassen", so der stellvertretende Parteivorsitzende Dr. Jörg Geerlings.

    Die Zahlenentwicklung war bereits ab Mai 2002 ablesbar. Aus politischen Gründen wurde die Lage vertuscht und bis zur Bundestagswahl 2002 zum „Nichtthema“ erklärt. Jetzt, ein Jahr später, wurde das Thema wieder entdeckt und der SPD-Linken die Ausbildungsplatzabgabe als Beruhigungspille verabreicht.

    Unternehmen hätten zweifelsohne eine gesellschaftspolitische Verantwortung, gerade für die junge Generation. Zahlreiche Unternehmen stünden jedoch derzeit mit dem Rücken zur Wand und trotzdem bekämen diese Unternehmen von der Bundesregierung noch zusätzliche finanzielle Belastungen und Bürokratie aufgedrückt. All das verschärfe das Insolvenzrisiko noch weiter. Letztlich würden durch eine Ausbildungsplatzabgabe vorwiegend außerbetriebliche Ausbildungsplätze entstehen, die kaum Beschäftigungschancen bieten.

    Stattdessen müssten die ausbildenden Betriebe eine stärkere Unterstützung erfahren. Geerlings: „Ausbildende Betriebe zahlen heute Prüfungsgebühren, eine Betreuungsgebühr und müssen schließlich noch für die überbetriebliche Ausbildung ihrer Lehrlinge aufkommen. Dies alles sind Kosten, die nicht oder nicht überwiegend dem Ausbilder zugute kommen und ihm daher auch nicht alleine aufgebürdet werden dürfen.“ Hierfür müssten vielmehr alle Betriebe – ob sie ausbilden oder nicht – z.B. über ihren Kammerbeitrag herangezogen werden.

    Kostenfaktoren wie die überbetriebliche Ausbildung gehören laut Geerlings insgesamt auf den Prüfstand; nicht in jedem Ausbildungsberuf sei ein solcher Kurs wirklich notwendig.
    Die Bundesregierung sei ferner aufgefordert, den Weg zur Sicherung eines ausreichenden Lehrstellenangebotes und Stärkung des ersten Ausbildungsstellenmarktes über eine Modernisierung der Ausbildungsordnungen, über eine an Wachstum orientierte Steuer- und Finanzpolitik sowie über eine Senkung der Lohnnebenkosten zu suchen.