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CDU zieht mit Napp in den Bürgermeister-Wahlkampf

Simply the Best

27.01.2004 2 Minuten Lesezeit
Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 28. Januar 2004

    In Neuss nichts Neues: Die CDU zieht mit Amtsinhaber Herbert Napp in den Bürgermeister-Wahlkampf. Parteivorsitzender Cornel Hüsch (links) und Bürgermeister Herbert Napp demonstrieren plakativ, dass mehrere Teile zu einem Ganzen gehören.

    In Neuss nichts Neues: Die CDU zieht mit Amtsinhaber Herbert Napp in den Bürgermeister-Wahlkampf. Parteivorsitzender Cornel Hüsch (links) und Bürgermeister Herbert Napp demonstrieren plakativ, dass mehrere Teile zu einem Ganzen gehören.

    Wahlkämpfe verkürzen; Wahlkämpfe sind holzschnittartig. Darum: In der Sekunde der Ergebnisbekanntgabe schien Herbert Napp die Lobeshymne der Tina Turner angebracht: Mit 84,55 Prozent stellte Dienstag Abend die Neusser CDU den Amtsinhaber als ihren Bürgermeister-Kandidaten auf. Dem strahlenden 56-jährigen Rathaus-Chef stand die Erleichterung im Gesicht.

    "Ich weiß, dass 84,55 Prozent hundert Prozent Unterstützung im Wahlkampf bedeutet." Nach einem für ihn schwierigen Jahr mit dem Kritikpapier der Fraktionsspitze vom Mai 2003 als Höhepunkt, genoss er das Votum und das stehend applaudierende Publikum als erlösenden Erfolg. Das hatte 90 Minuten zuvor noch anders ausgesehen. Da rauchte ein sichtlich nervöser Bewerber "Kette".

    Simply the Best? Nicht für alle. Immerhin vierzig Christdemokraten verweigerten ihm die Gefolgschaft; neun enthielten sich der Stimme. Seit Frühjahr 1998 ist Herbert Napp Neusser Bürgermeister. Nach dem Wechsel von Stadtdirektor Bernhard Wimmer nach Köln und dem Verzicht von Bürgermeister Dr. Bertold Reinartz war für den damaligen Vorsitzenden der CDU-Fraktion der Weg frei.

    Der Rat wählte ihn nach der neuen Kommunalverfassung zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister, der Vorsitzender des Rates und Verwaltungs-Chef in Personalunion ist. Eineinhalb Jahre stellte er sich erstmals der Urwahl und triumphierte im ersten Wahlgang mit über 58 Prozent.

    Gleichwohl, Herbert Napp war nicht die umjubelte Lichtgestalt seiner Partei. Vor seiner Wahl zum Bürgermeister holte er sich freiwillig ein Votum der Union ab. Das Ergebnis fiel mit 64,13 Prozent bescheiden aus. Vor fünf Jahren bei der Aufstellung dann der Quantensprung: 87,7 Prozent. Ein Ergebnis, das er am Dienstag nur knapp verfehlte. Als profunder Kenner der Stimmungslage in der Partei, entpuppte sich Vorsitzender Cornel Hüsch.

    Der hatte einen Tipp gewagt: "Deutlich über 80 Prozent." Herbert Napp war Dienstag Abend der Strahlemann; ein Sieger war aber auch der Parteichef. Cornel Hüsch und sein Team inszenierten nicht nur eine perfekte Versammlung in der Stadthalle, sondern Hüsch zeigte sich in seiner Rede forsch und kämpferisch, schwörte das Auditorium auf den Bewerber ein.

    "Herbert Napp ist ein Vollblutpolitiker, der einen modernen Kandidaten verkörpert, so wie ihn sich die Menschen wünschen: Engagement - Erfahrung - Kompetenz - Bürgernähe!" Und er eröffnete die Attacken auf Dieter Koenemann, den gemeinsamen Oppositionskandidaten von SPD, FDP und Grüne: "Kurz vor Weihnachten stellten Sozialisten, Grüne und Liberale ihren Kandidaten vor. Eine Art liberale Volksfront."

    In einer soliden, konzentriert vorgetragenen Rede warb Bürgermeister Napp um das Vertrauen seiner CDU, für die er seit 40 Jahre solidarisch gearbeitet habe: "Und das wird sich auch in den nächsten 40 Jahren nicht ändern." Napp legte von - Beifall unterbrochen - seine Bilanz vor, erinnerte an die "solide Finanzwirtschaft", Steuerstabilität und Stadtentwicklung wie an den Umbau Horten-Haus oder die Skihalle. Vieles sei gelungen, manches noch zu tun. Daher bewerbe er sich um eine zweite Amtszeit.

    Ludger Baten