Selbsthilfe in der Pflege stärken: CDU für Kontaktbüro

Ein großer Teil der Pflegebedürftigen wird zuhause von den Angehörigen gepflegt und betreut. Viele von ihnen organisieren sich in Selbsthilfegruppen. Nach dem Willen der CDU sollen diese Gruppen mehr Unterstützung erfahren, und zwar durch ein Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe. Die Einrichtung eines solchen Büros wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

In Selbsthilfegruppen können Pflegende Kontakt zu anderen Menschen knüpfen, die auch ihre Eltern, ihre Partnerin/ihren Partner, ihr Kind oder Freunde pflegen. In regelmäßigen Gruppentreffen können sie sich untereinander über ihre Erfahrungen, Probleme oder Gedanken austauschen. Das hilft oft dabei, besser mit den Herausforderungen und auch Belastungen umzugehen. Während Selbsthilfeorganisationen im Gesundheitsbereich seit langem etabliert sind, fehlte es bislang jedoch an vergleichbaren Strukturen in der Pflege.

Zur besseren Unterstützung und Stärkung pflegender Angehöriger fördert das Land NRW gemeinsam mit den Landesverbänden der Pflegekassen landesweit Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe. Ziel ist es, Angehörigen eine einfache Möglichkeit zu bieten, sich aussprechen und damit entlasten zu können von den vielen Anforderungen, die häusliche Pflege mit sich bringt. Dazu schaffen Selbsthilfegruppen einen Raum, in dem sich Angehörige informieren und austauschen können, aber auch Sorgen und Fragen miteinander teilen können.

„Das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe informiert über bestehende Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige, begleitet und unterstützt bestehende Gruppen, hilft bei Gründung und Aufbau neuer Selbsthilfegruppen und wickelt die finanzielle Förderung für Pflegeselbsthilfegruppen ab“, erklärt Anne Holt (CDU), die stellvertretende Vorsitzende des Sozialausschusses. „Außerdem kooperiert das Kontaktbüro mit Akteuren und Fachleuten aus dem Gesundheitswesen und der Selbsthilfe sowie Gremien und Arbeitsgruppen der Region.“

Im gesamten Rhein-Kreis Neuss gibt es bisher kein Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe. Der Rhein-Kreis Neuss könnte eine solche Förderung beantragen, lehnt dies aber ab. „Im Gespräch mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen haben wir jedoch erfahren, dass trotzdem ein solches Büro in Neuss angesiedelt werden kann. Darum wollen wir uns nun bemühen“, so Holt. Bereits in dieser Woche tagt der Sozialausschuss, dort will die CDU gemeinsam mit den Grünen ihr Vorhaben zur Abstimmung stellen.