Sekundarschule nicht voreilig ablehnen - Neue Schulform sollte ihre Chance haben

„Die Befragung der Neusser Eltern zu den Sekundarschulen vor ihrer Errichtung hatte ein positives Ergebnis. Die niedrigen Anmeldezahlen dürfen nicht dazu führen, dass diese neue Schulform voreilig abgelehnt wird“, fordert Stephanie Wellens, CDU-Stadtverordnete und Vorsitzende des Schulausschusses. „Die Wahl der weiterführenden Schule ist eine wichtige Entscheidung der Eltern für die Zukunft ihrer Kinder. Eine gewisse Zurückhaltung vor einer neuen Schulart ist verständlich, aber die Sekundarschule sollte ihre Chance bekommen!“

„Vor allem die Gleichstellung der Sekundarschule mit der Hauptschule ist falsch und verstellt den Blick auf den wesentlichen Unterschied zwischen beiden Schulformen: Als Schule des „längeren gemeinsamen Lernens“ – oder treffender des „gemeinsamen Lernens“ – ist die Sekundarschule der Gesamtschule sehr ähnlich und steht allen Schülerinnen und Schüler offen, die die 4. Grundschulklasse absolviert haben“, ergänzt Anne Holt, stv. CDU-Fraktionsvorsitzende.

Wie die Gesamtschule setzt die Sekundarschule auf das System der inneren Differenzierung und individuellen Förderung: Ab der 7. Klasse werden die Schülerinnen und Schüler in Grund- und Erweiterungskursen unterrichtet. Darüber hinaus bilden an der Berufspraxis orientierte Fächer und eine intensive Berufswahlvorbereitung Schwerpunkte des Unterrichts. Angesichts der Vielfalt dualer Ausbildungsberufe stellen die Abschlüsse nach der zehnten Klasse eine solide Grundlage für zahlreiche Berufsausbildungen dar – vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels mit hohem Potential für eine erfolgreiche berufliche Karriere.

Dennoch verliert die Sekundarschule das Abitur nicht aus dem Blick. Jedem Sekundarschüler und jeder Sekundarschülerin steht nach dem erfolgreichen Abschluss der zehnten Klasse ein Platz in der Oberstufe der „Kooperationsschule“ (Gesamtschule oder Gymnasium) zur Verfügung.

„Schließlich ist die Sekundarschule im Konsens von CDU, SPD und Grünen auf Landesebene eingeführt worden. Auch die Fraktionen der SPD und der Grünen in Neuss sollten diesen Beschluss des Landtags respektieren und der Sekundarschule die Zeit geben, sich als Schulform in Neuss zu etablieren und ihr gutes Konzept unter Beweis zu stellen“, so Wellens und Holt abschließend.