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Schule übernimmt Aufgaben der Familie

12.02.2000 1 Minute Lesezeit

    „Der Schule werden in der letzten Zeit verstärkt Aufgaben zugewiesen, die eigentlich in der Familie zu erledigen wären. Das Land allerdings drückt sich vor den daraus erwachsenden Konsequenzen“. Der CDU-Koordinationskreis Schule sei daher nicht mehr bereit, länger tatenlos zuzusehen, meinte Koordinationskreismitglied Dr. Paul Oldenkott. Als erstes müsse man sich Gedanken machen über die Anzahl der Schüler in einer Klasse: „Wenn in einer Klasse heute 28 bis 30 Schüler sein müssen, wie es das Schulministerium vorschreibt, dann fragt sich doch wohl jeder, wie hier Erziehung stattfinden soll“. In einer Zeit, in der immer mehr Informationen auf die Schüler einströmen, ohne sie verarbeiten zu können, so dass es den Kindern immer schwerer fällt, sich zu konzentrieren, brauchen die Heranwachsenden personale Zuwendung. Das sei aber in Klassen von dieser Größe nicht möglich. Die Lehrer sind dort eher damit beschäftigt, Disziplin bei den Schülern einzufordern, so dass ihnen für den Erziehungsauftrag kaum noch Zeit verbleibe. Dies gelte um so mehr, als den Schulen von heute auch zusätzliche Bildungsinhalte aufgebürdet werde. „Es ist erwiesen, dass sich das Wissen der Menschheit heute innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Darauf muss auch die Schule von heute reagieren, so dass immer mehr Unterrichtsinhalte der Schule zugewiesen werden“, sagte Oldenkott für den CDU-Koordinationskreis. Er forderte daher vom land Nordrhein-Westfalen, dass die Klassenfrequenzen deutlich gesenkt werden: „An Schulen, an denen der Erziehungsauftrag größer ist, also an Grundschulen und Hauptschulen, müssen die Klassenfrequenzen sofort deutlich gesenkt werden, damit wirklich alle Aufgaben wahrgenommen werden können“.