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Rosen: „Innenstadt nicht schlecht reden; aber Probleme anpacken“

25.07.2002 1 Minute Lesezeit

Rosen: „Innenstadt nicht schlecht reden; aber Probleme anpacken“

Die Neusser Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) sieht eine positive Entwicklung der Innenstadt. Sie reagiert damit auf die jüngst geäußerte Kritik von Einzelhändlern. MIT-Vorsitzender Sebastian Rosen: „Wir sollten uns unsere Innenstadt nicht schlecht reden. Dort, wo aber Handlungsbedarf ist, müssen wir Verbesserungen vornehmen.“ Rosen wendet sich damit direkt gegen Äußerungen aus den Reihen der Einzelhändler, die die Innenstadt zuletzt im wesentlichen negativ beschrieben hatten. „Der Einfluss des örtlichen Einzelhandels ist viel größer als der der Stadtverwaltung und der Politik. Jede Kritik an der Innenstadt ist in erster Linie eine Kritik am Einzelhandel selbst.“

Der CDU-Stadtverordnete verweist darauf, dass Rat und Verwaltung lediglich die Rahmenbedingungen gestalten können. „Die Stadt ist weder in großem Umfange Vermieter von innerstädtischen Imobilien, noch betreibt sie selbst Einzelhandel,“ stellt Rosen klar. Wenn das einseitige Angebot kritisiert werde, so könne die Stadt dagegen nichts unternehmen. „Hier sind die Kaufleute und die Vermieter gefragt.“ Weit über 95 Prozent der Vermieter in der Innenstadt seien private Neusser Bürger, die ihre Ladenlokale eben besonders gerne an „Brötchenverkäufer und Handyanbieter“ vermieteten. „Die Neusser, die sich über die Vielzahl ähnlicher Anbieter aufregen, sollten Schützenfest ihre Nachbarn ansprechen, die solche Vermietungen vornehmen. Die Stadt kann das ja schlecht verbieten.“

Sebastian Rosen erinnerte auch an die alte Weisheit, dass Wirtschaftspolitik ein gutes Stück Stimmung ist. „Wer dauernd negativ über die Innenstadt redet, muss sich nicht wundern, wenn sie von immer weniger Kunden aufgesucht wird.“ Rosen erkennt aber auch an, dass beispielsweise Einzelhandelsverband und City-Treff sich jüngst sehr bemüht haben, selbst zu einer Verbesserung beizutragen.

„Das gleiche gilt in besonderem Maße auch für Rat und Verwaltung,“ ist sich Rosen sicher. Er erinnert an das „Programm der 1000 Schritte“, mit dem die Stadt Stück für Stück attraktiver werden soll. „Die ersten positiven Maßnahmen können wir ja schon sehen.“ Auch das breite Kulturangebot und das niveauvollere Event-Angebot seien positive Entwicklungen. In diesem Zusammenhang müßten auch die verstärkten Bemühungen für den Denkmal-Schutz und die neue Werbesatzung gesehen werden. „Allerdings sind das zum Teil auch Maßnahmen, die langfristig angelegt sind,“ so Rosen weiter. Der CDU-Ratsherr biete nemens der MIT den Neusser Einzelhändlern auch an, „im Gespräch, gemeinsame Vorstellungen zu entwickeln, wie wir die Innenstadt voran bringen.“