Prof. H.G. Schnürch berichtet über Biomedizin

Als Fortsetzung der CDU-Gesprächsreihe zu Fragen der Biomedizin, Gentechnologie und Sterbe-begleitung hatte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Cornel Hüsch Prof. Dr. med. H. G. Schnürch eingeladen. Der Leiter der gynäkologischen Klinik des Lukaskrankenhauses berichtete über die erweiterten Möglichkeiten der medizinischen Hilfe durch die moderne Biomedizin.

Dabei ging der Mediziner besonders auf die Chancen der aus dem Nabelschnurblut entnommenen Stammzellen ein. Mit Zustimmung der Mutter werde das Nabelschnurblut entnommen, in einem aufwendigen Verfahren werden diesem Blut dann die vorhandenen Stammzellen entnommen, die für Kinder bis zum zwölften Lebensjahr beispielsweise bei einer Leukämieerkrankung eingesetzt werden können. Allerdings warnte Prof. Schnürch vor überzogenen Hoffnungen. „Unsere medizinischen Möglichkeiten sind bisher auf den Kreis der Kinder beschränkt, so dass wir Erwachsenen damit noch nicht helfen können.“ Die Bereitschaft der Mütter, das Nabelschnurblut der speziellen Blutbank zur Verfügung zu stellen, sei sehr groß. „Viele sind froh, mit diesem Schritt eventuell zur Heilung kranker Kinder beitragen zu können.“

Viel Hoffnung setzt der Mediziner auf den weiteren Fortschritt in der Medizinforschung. „Ich gehe davon aus, dass wir in einiger Zeit mit adulten Stammzellen eine Reihe von Krankheiten behandeln können.“ Adulte Stammzellen werden Erwachsenen entnommen und haben den Vorteil, dass es bei ihrer Verwendung nicht zu Abstoßungsreaktionen kommen kann, denn es handelt sich um körpereigene Zellen des Patienten.

Schnürch verwies auf die erfolgreiche Behandlung Düsseldorfer Herzinfarktpatienten.

Auf Nachfrage erklärte der Referent, dass er die Zuverlässigkeit der bisher nach dem Embryonenschutzgesetz nicht gestatteten PID für sehr hoch einschätze. „Da es sich um eine genetische Untersuchung handelt, ist eine extrem präzise Diagnostik möglich.“ Das Verfahren sei allerdings bisher sehr aufwendig und nur mit einem großen Apparat an Wissenschaftlern möglich.

Prof. Schnürch forderte bei einer möglichen Zulassung der PID eine enge, präzise und transparente Eingrenzung der untersuchten Gendefekte.

Cornel Hüsch dankte Prof. Schnürch für seine offene und anschauliche Darstellung der komplexen Sachverhalte. Es sei sinnvoll gewesen, einen Medizinpraktiker wie Prof. Schnürch in die Gesprächsreihe einzubauen, um die bisher eher theoretische Diskussion an den medizinischen Fragestellungen konkret werden zu lassen.

Zum Abschluss wies der CDU-Vorsitzende auf die letzte Veranstaltung der Reihe hin. Am 27. November, um 19.00 Uhr, werden der Vorsitzende des Vereins Augustinus-Hospiz, Dr. Heinz Günther Hüsch und der Bundestagsabgeordnete Hermann Gröhe zu einem Gespräch zum Thema „Sterbebegleitung statt Sterbehilfe“ zur Verfügung stehen. Interessierte sind wie immer herzlich eingeladen.