Platz für neue Gewerbegebiete? Maß halten!

 Die Junge Union Neuss (JU) kritisiert Bestrebungen, in Neuss große neue Gewerbegebiete auszuweisen, ohne Alternativen auszuschöpfen. Dazu der planungspolitische Sprecher der JU, Johannes Marl: „Gut, dass sich immer wieder neue Unternehmen in Neuss ansiedeln wollen. Nun müssen wir aber mit den restlichen Freiflächen in Neuss nach Jahren der extremen Versiegelung maßvoll umgehen. Große Freiflächen sollten nur noch dann für Gewerbe neu ausgewiesen werden, wenn einerseits dort arbeitsplatzintensive Branchen siedeln.

Für eine Handvoll Arbeitsstellen viele Hektar Land zu überbauen, ist am dicht besiedelten Niederrhein im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung unvertretbar. Zweitens müssen neue Gewerbeflächen zuerst an bestehende ‚angedockt‘ werden. Insofern ist es richtig, wenn Gutachter Hanns Werner Bonny die Standorte Krupp-/Mainstraße, Kreitzweg und Allerheiligen für die weitere Entwicklung vorschlägt. Große Freiflächen wie das Westfeld und die Morgensternsheide müssen im Interesse der Neusser Bürger, dauerhaft frei bleiben.“

Die JU setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Stadt Neuss verbindlich große Freiflächen für unverbaubar erklärt und so Landschafts- und Umweltschutz, aber auch der Landwirtschaft eine sichere Perspektive bietet. Neuss sei, so ist auch der JU-Vorsitzende Thomas Kaumanns überzeugt, gerade deshalb so attraktiv, weil hier Stadt und Land, Lärm und Natur so nahe beieinander liegen und auch teils dörfliche, landwirtschaftliche Strukturen das Zusammenleben besonders schön machen. Kaumanns: „Das muss so bleiben.“

Mit Sorge sieht Marl die vielfache Geringschätzung von Freiflächen. „Wenn Herr Bonny sagt, dass jeder, der eine Wiese besitze, diese zukünftig bebauen wolle, verkennt er, dass in Neuss einzigartige Landschaften, Naturräume und eine sehr ertragreiche Landwirtschaft vorhanden sind. Eine Fabrik kann man am Ende des Tages nicht essen.“ Deshalb fordert die JU, dass zunächst unbedingt alle Reserven auf nicht oder schlecht genutzten Gewerbeflächen ausgenutzt werden müssen, auch wenn dies (so Bonny) „oft sehr zäh“ sei. Die Ausweisung neuer Gewerbegebiete dürfe allenfalls ein letzter Schritt sein.