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PISA-Studie ist verdiente Quittung für verfehlte Bildungspolitik

10.12.2001 1 Minute Lesezeit

    Schon im letzten Jahr übte die CDU Neuss im Rahmen ihres Stadt-Parteitages zum Thema „Schule“ deutliche Kritik an der Schulpolitik der nordrhein-westfälischen Landesregierung. „Unsere kritische Haltung ist nun durch die Pisa-Studie mehr als bestätigt worden“, äußerte sich die Vorsitzende des CDU-Arbeitskreises Schule und schulpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion Ulla von Nollendorf.

    „Zu wenige Lehrer, zu große Klassen, der falsch verstandene ‚Spaߑ am Lernen, der die Schüler eher vor dem Bewusstsein für die eigene Leistung bewahrt als sie dazu anspornt, und falsche Schwerpunkte in den Lehrplänen haben dazu geführt, dass der Bildungsstand unserer Jugend auf international niedrigstem Niveau gelandet ist. Wenn selbst das schlichte Lesen und Verstehen eines Textes zum fast unlösbaren Problem geworden ist, dann zeigt dies, dass unseren Schülern die elementaren Techniken zum Wissenserwerb verloren gegangen sind.“

    Mindestens ebenso bedenklich findet die stellvertretende Vorsitzende der CDU Neuss, Stephanie Wellens, die Tatsache, dass laut PISA-Studie simpelste mathematische Rechenoperationen von der Mehrheit der heute 15-Jährigen nicht mehr bewältigt werden. „Unserer Jugend kann jeder ein X für ein U vormachen. Fit sein für’s Leben bedeutet auch, mit den Anforderungen des normalen Lebens fertig zu werden. Wer nicht in der Lage ist nachzurechnen, ob eine Mieterhöhung berechtigt oder eine Handwerkerrechnung überhöht ist, wird weder eine Berufsausbildung bewältigen noch sein eigenes Leben später verantwortlich gestalten können“, so Stephanie Wellens, ebenfalls engagiert im CDU-Arbeitskreis Schule. „Der klägliche Versuch von Ministerpräsident Clement, die eklatanten Mängel des nordrhein-westfälischen Schulsystems jetzt durch die Forderung nach dem Abitur nach zwölf Jahren zu bemänteln, ist genau die falsche Reaktion.

    Schlechte Vorbereitung aufs Abitur wird nicht dadurch besser, dass man die Reifeprüfung, die diesen Namen kaum noch verdient, statt nach 13 bereits nach 12 Jahren ablegen kann. Hier müssen grundsätzliche Reformen her, wie sie im Petersberger Modell der CDU-Landtagsfraktion konzipiert worden sind,“ so die stellvertretende CDU-Vorsitzende.