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Neusser CDU und Jürgen Rüttgers diskutieren über Biomedizin und Gentechnik

22.06.2001 1 Minute Lesezeit

    Der Neusser CDU-Stadtverbandsvorstand konnte im Rahmen eines Landtagsbesuches, auf Vermittlung von Landtagsabgeordneten Heinz Sahnen, das Gespräch mit dem CDU-Landeschef und CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Jürgen Rüttgers suchen. Angesichts der aktuellen Debatte standen Fragen der modernen Biomedizin und Gentechnologie im Mittelpunkt von Rüttgers Ausführungen.

    Der CDU-Landesvorsitzende stellte unmissverständlich fest, dass für ihn menschliches Leben mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginne. Jeder andere festgelegte Zeitpunkt berge die Gefahr von Willkür und zweckorientierter Beliebigkeit. „Die CDU ist die Partei des Lebens am Anfang und zum Ende“, betonte Rüttgers, der damit auch die Debatte um die Sterbehilfe streifte.

    Bei der Präimplantationsdiagnostik betonte Rüttgers das über ihre Zulässigkeit nur gesprochen werden könne, wenn sie auf wenige Einzelfälle begrenzt sei. Im Zusammenhang des gesamten Spektrums der vorgeburtlichen Diagnostik betonte Rüttgers das die jetzt gültige Regelung der Spätabtreibung bei Behinderung des Kindes dringend der Neufassung bedürfe.

    Rüttgers warnte davor, in den Fragen der ethischen Bewertung der Biomedizin vorschnelle Entscheidungen zu treffen. „Wir brauchen Zeit, um der Wichtigkeit der Debatte gerecht zu werden und sollten uns auch nicht aus wirtschaftlichen Gründen treiben lassen,“ so der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende, der in diesem Zusammenhang den Vorstoß von Ministerpräsident Wolfgang Clement als unbeherrscht und wenig begründet zurückwies. „Clement hat dem Biotechnologiestandort NRW nicht genutzt, denn das Misstrauen der Menschen wird durch solche Schnellschüsse provoziert.“

    CDU-Stadtverbandsvorsitzender Cornel Hüsch dankte Rüttgers für seine kurzfristige Bereitschaft zum Gespräch und lud den ehemaligen Forschungsminister ein, die Diskussion der ethischen Fragen in Biologie und Medizin mit der Neusser CDU zu führen. Beginnend mit einem Grundlagenvortrag von Franz-Josef Schmitt bei der CDU-Mitgliederversammlung am 02. Juli 2001, ab 20.00 Uhr im Kardinal-Frings-Haus, wollen sich die Christdemokraten in mehreren Veranstaltungen mit den verschiedenen Aspekten der Frage beschäftigen. Unter anderem sollen in der etwa vier Monate dauernden Reihe Gynäkologen, Theologen, Biologen, Sterbebegleiter und Juristen zu Wort kommen. „Wir wollen unseren Mitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit die Gelegenheit geben, sich intensiv mit Fragen wie Sterbehilfe, Biomedizin, Grenzen und Chancen der Forschung zu beschäftigen,“ so Hüsch, der sich von dieser Themenreihe verspricht, besonders Gesprächspartner aus den kirchlichen Verbänden und engagierte Christinnen und Christen zu gewinnen.