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Neusser CDU setzt Diskussion zur Genforschung mit Kirchenvertretern fort

05.10.2001 1 Minute Lesezeit

    „Einen interessanten, aber schwierigen Weg,“ nannte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Cornel Hüsch die mehrteilige Gesprächsreihe des CDU-Stadtverbandes zur Fragen der Biomedizin, Gentechnologie und Sterbebegleitung zu Beginn des Abends mit den kirchlichen Vertretern. Hüsch konnte mit Stadtdechant Jochen Koenig und Superintendent Hermann Schenck zwei profilierte Kirchenmänner der Stadt Neuss begrüssen.

    Schenck führte aus, dass „bei diesem Thema viel auf dem Spiel steht. Was ist Mensch zum Verhältnis zum Schöpfer?“ sei die Kernfrage in diesem Themenkomplex. Der protestantische Theologe führte aus, dass mit der Befruchtung der Eizelle menschliches Leben beginne. Die menschliche Würde sei von Gott dem Menschen verliehen und nicht abhängig von menschlicher Bewertung und Einschätzung.

    Schenck machte deutlich, dass das Embryonenschutzgesetz auf keinen Fall angetastet werden dürfe. „Kirchen haben die Aufgabe, sich in diese schwierige Diskussion auf der Seite des Lebens einzumischen.“ Er verwies auf die klaren Beschlüsse der Synode des evangelischen Kirchenkreises Gladbach-Neuss, die sich am 17. Juni 2001 intensiv mit diesem Themenkomplex beschäftigt hat.

    Stadtdechant Koenig warnte eindringlich vor Allmachts- und Machbarkeitsfantasien des Menschen. „Bei Gott geht es nicht um Perfektionismus, sondern jeder Mensch ist unabhängig von seiner Leistung, seinen Fähigkeiten und seinen Fehlern von Gott angenommen. Daher ist es nicht christlich die Perfektionierung des Menschen anzustreben. Auch Koenig unterstrich die Notwendigkeit für die Kirchen, sich aktiv in die Debatte einzumischen.“

    Zum Abschluss der regen Diskussion dankte Hüsch nicht nur den Referenten, sondern allen Gesprächspartnern der Veranstaltung. „Wer diese Diskussion aufmerksam verfolgt, wird feststellen, dass es wesentliche Unterschiede bei der Haltung der Parteien gibt. Wir sollten uns angesichts der Risiken der neuen Technologien die nötige Zeit zum Nachdenken lassen und uns nicht aus wirtschaftlichen Gründen zu übereilten Entscheidungen drängen lassen.“