Neuss bewegt sich

Dieter Welsink ist nicht zimperlich. Schont auch Parteifreunde nicht. „Wir wollen wissen“, gibt sich der Schriftführer der Neusser CDU selbstbewusst, „welchen Stellenwert der Sport in der Landespolitik besitzt.“ Außer Kürzungen habe er aus der Rüttgers-Regierung noch nicht viel vernommen. Der 48-jährige Welsink, beruflich als geschäftsführender Gesellschafter der medico reha dem Sport verbunden, weiß, wovon er spricht: Er ist in Personalunion Chef des Kreissportbundes (KSB) und Vorsitzender des Kreis-Sportausschusses.

Am Samstag (11.) tritt Welsink als einer der Initiatoren des Stadtparteitages in Aktion, den die Christdemokraten unter das Thema „Die CDU bewegt“ gestellt haben. Ab 10 Uhr werden im Marienhaus an der Kapitelstraße vier Stunden lang Politiker, Vertreter des Sports und „normale Bürger“ auf dieser „offenen Mitgliederversammlung“ Antworten auf die Herausforderungen suchen, denen sich der Sport gegenüber sieht. Mit der „demographischen Entwicklung“ und den „knappen öffentlichen Kassen“ nennt Parteichef Dr. Jörg Geerlings zwei wichtige Stichworte. Einer, der dem Sport in der Landesregierung Gewicht und Gesicht geben will, ist Manfred Palmen. Der gebürtige Neusser zeichnet als Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium für den Sport verantwortlich. Er führt mit einem „Impulsreferat“ in den Parteitag ein - und wird womöglich Welsinks Fragen beantworten. Am Ende sollen „Handlungsempfehlungen“ stehen, an denen sich die Politik orientiert. Das ist auch das erklärte Ziel von Jörg Geerlings: „CDU-Politik wird von der Partei und nicht von der Ratsfraktion definiert.“ Im Stadtverband werde die Grundlagenarbeit geleistet, „die Ausgestaltung und Feinjustierung erfolgt in der Fraktion.“ Die Gastgeber erwarten „mindestens hundert“ Teilnehmer; auch ungebundene Bürger, die in drei Arbeitsgruppen mitwirken können: Profilierung des Sports (Leitung Dieter Welsink), Sport und Wirtschaft (SSV-Vize Klaus Becker) sowie Sport und Schule (Dr. Hermann Josef Baaken, TSV Norf).

Auf einen „spannenden Tag“ freut sich Gösta Müller (38). Der hauptamtliche Geschäftsführer des Stadtsportverbandes (SSV), selbst parteilos, begrüßt es grundsätzlich, „wenn eine Partei, welcher Couleur auch immer“, sich mit dem Sport beschäftigt. Er wird am Samstag teilnehmen und hofft, „dass viele Vereinsvertreter auf der Tagung ihre Erfahrung und Meinung einbringen.“ Auch Ratsherr Heinz London (SPD) lobt als Vorsitzender des städtischen Sportausschusses die Initiative des politischen Mitbewerbers: „Das ist eine gute Sache. Ich würde teilnehmen; kenne keine Berührungsängste. Leider bin ich noch nicht eingeladen.“ Sein Credo: „Sport verbindet.“