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Neuer CDU-Vorstand: Zwei Frauen im Führungs-Trio

20.03.2001 2 Minuten Lesezeit
Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 20.3.2001

Der Stadtverband der Neusser CDU wird weiterhin von Cornel Hüsch geführt. Im Amt bestätigt wurde auch seine Stellvertreterin Dorothea Gravemann; neue Vize-Vorsitzende ist Stephanie Wellens.

Es war ein eindrucksvolles Votum durch die 189 Mitglieder Montag Abend in der Bürgergesellschaft: Mit 85,2 Prozent erhielt der 38 Jahre alte Rechtsanwalt einen größeren Vertrauensbeweis als bei seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren an gleicher Stelle (82 Prozent). Lediglich 23 Christdemokraten votierten mit Nein, fünf enthielten sich. Hüsch kann sich künftig auf die Unterstützung gleich von zwei Frauen verlassen: Sogar noch eine Ja-Stimme mehr erhielt seine Stellvertreterin Dorothea Gravemann bei ihrer Wiederwahl, auf Neuling Stephanie Wellens entfielen 141 Stimmen.

Die 50-Jährige löst Thomas Nickel ab, der nach 13-jähriger Tätigkeit nicht mehr als stellvertretender Vorsitzender kandidierte. Der neue Präsident des Bürger-Schützen-Vereins hatte nach eigenen Worten den Schützen versprochen, einige seiner vielen Aufgaben aufzugeben. Abschied vom Vorstandstisch nahm auch Dr. Ludwig Sels, der vor 17 Jahren das Amt des Schatzmeisters von Wilhelm Kons übernommen hatte. Der 69-Jährige meinte: "Jetzt sollen Jüngere ran, zudem bin ich beruflich stark eingespannt." Sein Nachfolger ist Stadtverordneter Dr. Hermann-Josef Baaken (40), der 127 Stimmen (44 Nein, 13 Enthaltungen) erhielt.

In der harmonischen Versammlung stand neben den Wahlen der Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden im Blickpunkt. Darin übte Cornel Hüsch starke Kritik an der rot-grünen Regierung in Berlin, warf Schröder eine "Politik nach Beliebigkeit" vor. Er sparte aber auch nicht mit kritischen Anmerkungen ans eigene christdemokratische Lager: "Von Merz und Merkel müssen wir mehr Leistung und Kooperation, Solidarität und Unionsgeist einfordern. Wir wollen wieder eine kraftvolle Unionspolitik im Bund erleben - übrigens auch in Düsseldorf", gab Hüsch die Stimmung der Basis wieder. "Rüttgers in Düsseldorf, Merkel und Merz in Berlin sind gefordert, die CDU mehrheitsfähig zu machen. Die Schonfrist ist vorbei."

Dass die CDU die politische Wende schaffen werde, davon zeigte er sich überzeugt, denn: "Keine andere Partei hat ein Grundsatzprogramm von dieser Qualität und Aussagekraft." Hüsch lenkte seinen Blick auch auf die politischen Verhältnisse vor Ort. Dort sei es ein Ziel der CDU Geschlossenheit zu demonstrieren, die aber nicht "Einheitsbrei" bedeute, "und auch nicht, dass in allen Sachfragen stets gleiche Meinung herrschen muss." Bei 33 Stadtverordneten und fast 200 sachkundigen Bürgern kämen auch unterschiedliche Sichtweisen zutage. Die Änderung der Gemeindeordnung habe dem Bürgermeister eine politische Kraft gegeben, dem die politisch Ehrenamtlichen "von vornherein unterlegen sein müssen."

Hüsch bestritt, dass die Fraktion im Verhältnis zum Bürgermeister zu schwach sei. Und: Die Opposition sei kein Gegengewicht zur starken CDU. "Das Auftreten der anderen ist kümmerlich, schwächlich und oftmals in unterschiedlicher Stimmabgabe zerstritten." Weitere Wahlergebnisse; stellvertretender Schatzmeister: Heiner Cöllen (157 Stimmen); Beisitzer: Dr. Linde Becker (120), Notker Becker (98), Ekkehard Begalke (100), Jörg Geerlings (108), Gertrud Hilgers (90), Karin Kilb (123), Dr. Bernd Koenemann (127), Ursel Meis (118), Heinz Sahnen (132), Sebastian Schmitz (91), Marion Violett (84), Markus Weber (90), Marion Werner (116), Maria Widdekind (153). Nicht gewählt wurden unter anderem der Planungsausschuss-Vorsitzende Karlheinz Baum, Kulturamtsleiter Harald Müller und Professor (BG) Dr. Klaus Goder.

Von Klaus D. Schumilas