Napp zu seiner Zukunft

Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 7. Dezember 2006

Bürgermeister Herbert Napp
Bürgermeister Herbert Napp

Als „faulen Kompromiss“ bezeichnet Bürgermeister Herbert Napp die Absicht von Landes-CDU und -FDP, im Rahmen der Reform der Gemeindeordnung die Amtszeit von Bürgermeistern und Landräten auf sechs Jahre zu verlängern.

„Dann hätte man es gleich bei fünf Jahren belassen können. Ich halte die vorher angedachte Verlängerung auf acht Jahre für richtig, weil es sich dann um eine Zeitdauer handelt, in der vernünftig etwas bewirkt werden kann.“ Wie die konkrete Ausgestaltung aussieht, vermochte auch Napp nicht zu sagen. Der Bürgermeister, der in diesem Jahr die Vollendung seines 60. Lebensjahres feierte, hält eine erneute Kandidatur bei der nächsten Kommunalwahl 2009 für durchaus realistisch. Das würde jedoch bedeuten, dass Napp nicht die vollen sechs Jahre im Amt bleiben könnte, weil er mit Erreichen seines 68. Lebensjahres vorzeitig ausscheiden würde.

„Über diese Problematik ist auch im Städtetag diskutiert worden und es sind eine Reihe von alternativen Vorschlägen erarbeitet worden.“ Napp favorisiert dabei eine Aufhebung der Altersgrenze für Wahlbeamte: „Der Wähler soll entscheiden, ob er einen Kandidaten für geeignet oder für zu alt hält.“ Ob er selbst bereit wäre, für eine lediglich fünf Jahre währende Amtszeit anzutreten, ließ er am Mittwoch offen: „Darüber muss ich erst vertieft nachdenken.“

Dass aufgrund der Entkoppelung von Kommunalwahl und Bürgermeisterwahl die Wahlbeteiligung weiter sinken wird, glaubt Napp nicht: „Der Rückgang der Wahlbeteiligung liegt meines Erachtens nicht an der Vielzahl von Wahlen, sondern vielmehr daran, dass das Interesse an Politik sehr nachgelassen hat und auch das Vertrauen in Politik und Politiker gesunken ist.“

Als „nicht ausgereift“ bezeichnete CDU-Parteichef Dr. Jörg Geerlings den CDU/FDP-Plan. „Die sechs Jahre sind alles andere als ein Kompromiss.“ Welche Haltung die CDU zu der Frage einnimmt, ob sie einen Bürgermeister-Kandidaten stützen würde, der keine komplette Amtszeit absolvieren kann, sagte Geerlings: „So weit sind wir noch nicht, dass wir uns um die Kommunalwahl kümmern. Herbert Napp ist ganz sicher ein Kandidat.“ Geerlings habe Informationen, wonach es in Düsseldorf Überlegungen gebe, die Altersbeschränkung von 68 Jahren aufzuheben.