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Lotsen für den Mittelstand

22.09.2004 2 Minuten Lesezeit
Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 22. September 2004

    Neuss ist ein Wirtschaftsstandort mit Macht. Ein sehr erfolgreicher. Es wird nicht viele andere Städte in Deutschland geben, die seit einigen Jahren - gegen den Bundestrend - steigende Gewerbeeinnahmen verzeichnen können. Ein Erfolg, mit dem sich auch und vor allem die CDU schmücken möchte. "Wir haben ein klares Wirtschaftskonzept", betont Partei-Chef Cornel Hüsch . "Die Ansiedlung von großen Unternehmen ist für uns ebenso wichtig wie die Pflege der bestehenden kleineren mittelständischen Betriebe", skizzierte er den neben Familie und Stadtentwicklung wichtigen Eckpunkt des CDU-Wahlprogramms: "Arbeit und Wirtschaft". Daher war der Ort des Gesprächs bewusst gewählt: in den Räumen von Karosseriebau Krause im Gewerbegebiet Moselstraße. Ein klassischer mittelständischer Betrieb mit 35 Mitarbeitern, davon zwölf Auszubildende.

    Warum Neuss "anders ist als der Rest von Nordrhein-Westfalen, nämlich erfolgreich", begründete Hüsch so: "Die Stadt betreibt eine verantwortungsvolle Grundstückspolitik, sorgt für die entsprechende Infrastruktur und hält die Gewerbesteuer stabil." Der wirtschaftspolitische Sprecher der Union, Karlheinz Irnich, mochte nicht ausschließen, die Gewerbesteuer sogar nach unten zu korrigieren, "wenn es die Gesamtsituation zulässt. Die Gewerbesteuer ist schließlich die wichtigste Kennzahl der Neusser Wirtschaftspolitik. Wir wollen lieber im Haushalt sparen, als am Rad der Gewerbesteuer drehen. Eine Senkung kann langfristig sogar zu einem höheren Aufkommen führen." Ihren maßgeblichen Anteil an der deutlich höheren Einnahme trägt der Mittelstand. Ihn will die CDU, kündigte Hüsch an, in der kommenden Wahlperiode stärker in den Fokus nehmen. "Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, die zum Beispiel Handwerksbetriebe, die naturgemäß von höheren Arbeitskosten belastet werden, so aufstellen, dass sie gut leben können und in Neuss bleiben." Dazu gehören städtische Vergaben an heimische Betriebe ("sofern möglich"), Bürokratieabbau und die Stabilität der Gewerbesteuer. Die CDU will aktiv werden, um im Rathaus eine "Lotsenfunktion" zu installieren, die für kleinere und mittlere Betriebe einen "Service aus einer Hand" bietet. Irnich: "Großunternehmen sind personell meist so aufgestellt, dass sie Fachleute haben, die schnell und sicher mit den entsprechenden Stellen und Ämtern kommunizieren. Kleinere Unternehmen sind dort zurückhaltender. Die Neusser CDU stellt sich als Initiative ein "Gründer -und Gründungsnetzwerk" vor, das eine Plattform darstellt, die Hilfe anbietet. Hüsch: "Hilfe zur Selbsthilfe, so ähnlich wie im Sozialbereich." Dadurch würde eine Kommunikation zwischen Betrieben und Gründern möglich, die wichtige Kooperationen, zum Beispiel im kaufmännischen Bereich, schaffen kann. Eine Idee, die Werner Krause, einer der beiden Geschäftsführer von Karosseriebau Krause an der Moselstraße, begrüßen würde: "Ich würde mir eine solche Einrichtung wünschen, die viele Transferleistungen ermöglichen würde: eine zentrale, kostenlose Anlaufstelle, die mit einem qualifizierten Berater besetzt ist."