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Lob für CDU-Initiative

12.01.2006 2 Minuten Lesezeit
Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 12. Januar 2006

Anna Maria Holt

Anna Maria Holt

Über diese Rückendeckung freute sich Anna Maria Holt ganz besonders: Als „ganz hervorragend“ bewertete Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter des NRW-Familienministeriums, die Initiative der Neusser CDU, sich für eine frühzeitigere sprachliche Förderung einzusetzen. Er stellte sogar in Aussicht, dass Neuss möglicherweise eine Vorreiterrolle einnehmen könnte. Neben dem Prestigegewinn würde dies auch Geld bedeuten. Zuschüsse, die das Projekt stützen würden. „Aber wir werden die Sprachförderung auch ohne Landesmittel vorantreiben“, sagt Holt, Vorsitzende des Sozialausschusses des Neusser Stadtrates.

Ob Sozial-, Integrations- oder Jugendhilfeausschuss - der Antrag der CDU-Fraktion, „Frühzeitige sprachliche Förderung im Kindergarten für bessere Startchancen in der Grundschule“, fand im vergangenen Jahr überall Unterstützung. Holt: „Sprachförderung muss bereits im vierten Lebensjahr einsetzen, um die Startchancen für eine gute Schullaufbahn zu verbessern.“ Dabei besteht bei allen Einigkeit darin, dass nicht nur Kinder aus Migrantenfamilien in der deutschen Sprache gefördert werden müssen, sondern gleichermaßen auch schwache deutsche Kinder. „Es geht nicht um die Herkunft, sondern um den Bedarf“, sagt Holt. Sprachstandserhebungen vor Eintritt in die Grundschule haben gezeigt, dass sowohl Kinder aus Migrantenfamilien als auch deutsche Kinder teilweise erhebliche Defizite in der deutschen Sprache aufweisen. Wilhelm Handtke, erfahrener Rektor der Geschwister-Scholl-Hauptschule in Derikum, beziffert die Größenordnung der Schüler mit großen sprachlichen Defiziten auf rund 40 Prozent seiner 460 Schüler. Dort will Sozialpolitikerin Holt ansetzen: „Je früher die deutsche Sprache neben der Muttersprache erlernt wird, desto eher beginnt auch die emotionale Bindung eines Kindes an den Kulturraum, in dem es aufwächst. Ausgrenzungen, Defizite und problematische Entwicklungen in der Schule können dadurch verringert werden.“

In der nächsten Sitzung des Sozialausschusses Anfang März soll beschlossen werden, wohin die im Haushalt zur Verfügung stehenden 80 000 bis 100 000 Euro fließen sollen. Geld, das nur aus dem Sozialetat kommt. Dabei wäre es für Holt nur konsequent, wenn auch Mittel aus anderen Bereichen wie Schule und Kultur kämen. Wie geht es weiter? „In einem nächsten Schritt muss es eine Bestandsaufnahme bei den Kindergärten geben: Wo gibt es bereits Sprachförderung, in welchem Umfang und was wird konkret gemacht?“