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Kreativität statt Materialschlacht

05.02.2005 2 Minuten Lesezeit
Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 5. Februar 2005

Heinz Sahnen MdL

Heinz Sahnen MdL

Am 22. Mai, wenn in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt wird, konkurrieren sie um das Direktmandat im Wahlkreis 44, Neuss I. Doch die Protagonisten stehen für Fairplay. Wahlkreis-Inhaber Heinz Sahnen (CDU, 44,1 Prozent) empfing jetzt in seinem Haus an der Blankenheimer Straße in Erfttal seinen Herausforderer, Minister Fritz Behrens (SPD, 35,2 Prozent), zum gemeinsamen Frühstück.

In der Sachpolitik trennen die beiden Wahlkämpfer unterschiedliche Überzeugungen. „Die werden wir deutlich machen“, sagt Sahnen, „damit sich die Bürgerschaft ein Bild machen kann.“ Aber es werde keine Schlammschlacht geben, keine persönlichen Anfeindungen: „Unseriöser Wahlkampf passt weder zu Fritz Behrens noch zu mir.“ Doch sein Ziel hat Sahnen trotzig im Blick: „Ich will gewinnen.“ Muss der 58-jährige Berufsschullehrer auch, denn er wird auf der Reserveliste seiner Partei nicht geführt. Frauenquote und interne Parteiarithmetik verhinderten eh den Sprung auf einen Top-Platz. Für Sahnen kein Problem: „Ich will keine Geschenke, ich kämpfe für meine Ziele und will mir das Landtagsmandat erarbeiten.“

Dafür hat er sich eine hohe Messlatte aufgelegt. Er startet in diesen Tagen die „Tour der 10 000 Besuche“. In allen 29 Neusser Stadtrats-Wahlbezirken will Sahnen bei 200 Haushalten schellen und vorsprechen: „Ich gehe zu den Menschen, kenne ihre Freuden aber auch ihre Sorgen und Nöte.“ Und wo möglich, versuche er zu helfen. Mit diesem Engagement eroberte Sahnen auch Erfttal, wo er mit 69,2 Prozent in den Stadtrat gewählt wurde. Das beste Ergebnis aller 29 Neusser Stadtverordneten, die ihren Wahlbezirk direkt gewannen. Mit diesem Ansatz will er nun auch stadtweit punkten.

Um seine Kräfte effektiv einzusetzen, hat Heinz Sahnen ein Wahlkampf-Team um sich versammelt. Leiter ist Dr. Jörg Geerlings, der junge stellvertretende Parteivorsitzende. Mit IT-Fachmann Jens Küsters, zugleich Vorsitzender der Jungen Union in Neuss, und dem jüngsten Ratsherren Andreas Hamacher kommen zwei weitere Nachwuchspolitiker hinzu. Das „Kernteam“ komplettiert mit Kurt Lonnes ein „alter Hase“. Auf den Erfahrungsschatz des ehemaligen CDU-Geschäftsführers greifen Sahnen und seine junge Truppe „gern zurück“.

Persönlicher Einsatz, langjährige Erfahrung und jugendliche Kreativität sind die Elemente, mit denen Heinz Sahnen in den Wahlkampf zieht. „Eine Materialschlacht wird es nicht geben“, verspricht der CDU-Politiker - nicht nur aus Überzeugung, sondern auch mit Blick auf die leere Kasse. Nach Bundestags- und Kommunalwahl seien die Rücklagen der Partei weitgehend aufgebraucht; auch die Spendenbereitschaft sinke. Er habe zwar Signale getreu dem Motto „Wir lassen Dich nicht im Stich“ empfangen, verlasse sich auch auf das gegebene Wort, doch werde vorsichtig kalkuliert und gespart. So wird - im Gegensatz zum Kommunalwahlkampf - keine professionelle PR-Agentur für Heinz Sahnen ein Konzept entwickeln und umsetzen. Auch kleine Präsente vom Kugelschreiber bis zum Luftballon wird es nicht geben: „Wir beschränken uns auf Informationen.“

Inhaltlich will Heinz Sahnen drei thematische Schwerpunkte setzen: Schule und Bildung, Wirtschaft und Finanzen sowie die Innere Sicherheit. Dort will der Wahlkämpfer angreifen: „Da steht Fritz Behrens in der Verantwortung!“

Von Ludger Baten