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Klinkenputzen

28.02.2005 2 Minuten Lesezeit
Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 28. Februar 2005

Heinz Sahnen MdL

Heinz Sahnen MdL

Auf dem Weg zur Landtagswahl am 22. Mai beginnt für Heinz Sahnen MdL heute eine achttägige „Königsetappe“. Der 58-jährige Berufsschullehrer aus Erfttal reist heute mit der CDU-Fraktion zur Klausurtagung aufs Sportschloss Velen. Im Westmünsterland wird morgen auch Partei-Chefin Angela Merkel erwartet. Am Wochenende steht der Wahlparteitag der Landes-CDU in Bochum auf dem Programm und am Montag (7.) wählt der Neusser Stadtverband, dessen Vorsitzender Sahnen (1991 bis 1999) war, einen neuen Vorstand. NGZ-Redaktionsleiter Ludger Baten sprach mit dem Wahlkämpfer im Dauereinsatz.

Herr Sahnen, Sie putzen als Wahlkämpfer in diesen Tagen viele Klinken. Welche Stimmung schlägt Ihnen in den Wohnungen entgegen?

Sahnen: Mit meinen Hausbesuchen will ich in erster Linie das CDU-Klientel mobilisieren. Darum bin ich vor allem in unseren Hochburgen unterwegs. Aber ich spüre eine sehr positive Stimmung, die mich für die verbleibenden 83 Tage beflügelt.

Gibt es neben dem Gefühl auch Fakten, die Sie zuversichtlich stimmen?

Sahnen: Die Umfragen machen Mut. Erstens halten 58 Prozent der Menschen nach 40 Jahren einen Machtwechsel in NRW für überfällig. Zweitens hat die Union bei Umfragen auf allen Kompetenzfeldern die Nase vorn. Die Zeichen stehen auf Sieg.

Was haben Sie persönlich aus der Schleswig-Holstein-Wahl gelernt?

Sahnen: Wie sich Heide Simonis verzweifelt an der Macht klammert, das kommt nicht gut an. Wir Politiker erhalten vom Bürger Macht auf Zeit und der Bürger entscheidet, wann er uns diese Macht wieder entzieht. Die Menschen haben ein feines Gespür dafür, wer sie und ihren Willen ernst nimmt und wer nicht.

Ihnen wird vielfach bescheinigt, dass Sie als stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Städtebau und Wohnungswesen einen guten Job machen. Hegen Sie Ambitionen auf eine Berufung, wenn Jürgen Rüttgers und die CDU die Wahl gewinnen?

Sahnen: Nein.

Mitten in Ihrem Wahlkampf wechselt die Neusser CDU ihren Vorsitzenden. Das kann Ihnen doch nicht gefallen?

Sahnen: Wichtig ist, dass sich die Stadtpartei sich nicht über eine Personalie zerstreitet. Das wäre für den Wahlkampf in der Tat eine Katastrophe. Aber die Gefahr, wenn es sie denn latent überhaupt gegeben hat, ist längst gebannt. Ich erwarte eine harmonische Versammlung.

Ein Verdienst von Jörg Geerlings!

Sahnen: Er hat bereits in dieser Phase vor seiner Wahl bewiesen, dass er verschiedene Ende zusammenbinden kann. Jörg Geerlings wird mit einem guten Ergebnis zum neuen CDU-Chef in Neuss gewählt werden. Auf diesen Vertrauensvorschuss kann er dann sorgsam aufbauen.

Was sagen Sie zu Cornel Hüsch, der die Kommandobrücke verlässt?

Sahnen: Seine Entscheidung ist zu akzeptieren. Vermutlich wäre er erneut zum Vorsitzenden gewählt worden.Möglicherweise mit einem schwächeren Ergebnis. Ich bedauere seinen Rückzug, denn auf sein politisches Talent darf die Partei nicht verzichten. Er konzentriert sich jetzt auf den kirchlichen Bereich, aber er wird auch eine neue Aufgabe in der CDU finden.