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Klares Votum für Geerlings

08.03.2005 2 Minuten Lesezeit
Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 8. März 2005

Die Neusser CDU hat einen neuen Partei-Chef: Dr. Jörg Geerlings. Die Mitglieder des Stadtverbandes statteten den 32 Jahre alten Juristen gestern Abend im Thomas-Morus-Haus mit einem klaren Votum von 85,3 Prozent der Stimmen aus. 209 der stimmberechtigten Mitgliedern wählten ihn, 36 stimmten dagegen, zwölf enthielten sich. Geerlings löst damit Cornel Hüsch an der Spitze ab, der bereits im Vorfeld der Versammlung seinen Verzicht auf eine Kandidatur erklärt hatte.

Die Christdemokraten folgten darüber hinaus dem Personal-Tableau, das der neue Partei-Chef sich gewünscht hatte: Seine beiden Stellvertreter sind Sabine Hustedt (wie bisher Vize) und Klaus Karl Kaster, die 215 beziehungsweise 203 (von 244) Stimmen erhielten. Neuer Schatzmeister ist Christian Paul Thywissen (201 von 231 Stimmen), dessen Stellvertreter Heiner Cöllen (184 von 228). Ein neues Gesicht im geschäftsführenden Vorstand ist der Unternehmer Dieter Welsink, der 189 von 207 gültigen Stimmen erhielt. Ein „Team der Generationen, das neue Stärken mit alten Stärken“ verbinden soll, so Geerlings.

Der scheidende Parteivorsitzende Cornel Hüsch hatte zuvor viel Beifall für seinen Rechenschaftsbericht und seine fünfeinhalbjährige Tätigkeit erhalten. „Es war eine gute Zeit. Der CDU in Neuss vorzustehen, gehört wirklich zu den schönsten Aufgaben der Welt.“ Sein Nachfolger im Amt, der junge Geerlings, rief die Mitglieder auf, „Denkblockaden“ aufzubrechen, „frischen Wind“ in die Partei zu lassen. Für die CDU in Neuss ergebe sich die „Notwendigkeit zur Öffnung“. Es gelte der Grundsatz: „Jeder Neusser muss die CDU wählen können.“ Geerlings kritisierte, dass sich die Christdemokraten „manchmal dazu verführen lassen, uns mit dem innerparteilichen Gegner heftiger auseinander zu setzen als mit SPD, Grünen und FDP. Das ist ein Fehler.“

Der scheidende Schatzmeister Dr. Hermann-Josef Baaken übergab seinem Nachfolger eine gesunde Kasse, trotz eines Minus im Geschäftsjahr 2004 von 60 000 Euro. Dies sei eine Entwicklung, die regelmäßig in Jahren von Wahlen zu beobachten sei. Für die nächsten drei Jahre läge das Sparpotenzial bei 80 000 Euro.

Für die richtige Stimmung der sehr harmonischen Versammlung hatte eingangs der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Jürgen Rüttgers, gesorgt. Als „künftiger Ministerpräsident“ von Cornel Hüsch begrüßt, gab er sich sehr kämpferisch: „Wenn wir nicht jetzt gewinnen, wann dann?“ fragte er. Der Landesregierung machte er eine Rechnung auf: 1 Million Arbeitslose, 106 Milliarden Euro Schulden, 1,5 Millionen Straftaten, fünf Millionen Stunden Unterrichtsausfall. „Der Wechsel ist dringend nötig. Wir können es besser“, so Rüttgers. Mit nach Hause nehmen konnte er einen großen Präsentkorb, prall gefüllt mit Neusser Produkten. Darunter eine Flasche Wein, „vom Südhang des Reckbergs“, sagte Hüsch.