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Umweltpolitische Expertenrunde in Neuss

Karl-Heinz Florenz MdEP bei 3M

08.05.2003 2 Minuten Lesezeit

Mit der aktuellen europäischen Umweltpolitik befasste sich eine mit Vertretern aus Politik und Industrie besetzte Expertenrunde in der Neusser Hauptverwaltung von 3M Deutschland.

Karl-Heinz Florenz, für den Niederrhein Mitglied des Europäischen Parlaments, traf dabei den deutschen 3M Generaldirektor Reinhold Hiersemann sowie mit den Themen Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz befasste Spezialisten des Unternehmens. Begleitet wurde er vom Neusser Bundestagsabgeordneten Hermann Gröhe, von den Landtagsabgeordneten Karl Kress und Heinz Sahnen sowie von Vertretern aus Kreis und Stadt Neuss. Zwei Themen standen bei der Diskussion im Vordergrund: die geplanten Regelungen der Europäischen Gemeinschaft zum Handel mit Treibhausgas-Emissonen und die Strategie für eine neue europäische Chemikalienpolitik.

Im Rahmen des 1997 verabschiedeten Kyoto-Portokolls hat sich die Europäische Gemeinschaft dazu verpflichtet, ihre Treibhausgas-Emissionen von 2008 bis 2012 im Vergleich zu 1990 um acht Prozent zu verringern. Geplant ist ein System für den Handel mit Emissionsrechten. Dabei werden den Unternehmen Quoten zugeteilt. Sie dürfen ihre Vorgabe überschreiten, sofern sie Firmen finden, die weniger Emissionen als möglich verursachen und bereit sind, ihre Quote zu verkaufen.

"Wenn uns bei der Schaffung der Rahmenbedingungen in Brüssel ein kleiner Fehler unterläuft, steht hier in der Region anschließend vieles schief", betonte Karl-Heinz Florenz. "Deshalb muss die Industrie hier vor Ort mit daran arbeiten, wie am Ende die Quoten verteilt werden", betonte er. 3M könne dazu einen Beitrag leisten, etwa indem das Unternehmen der Politik entsprechende Zahlen zur Verfügung stelle. "Ich freue mich sehr, dass wir heute hier die Möglichkeit haben, Informationen aus erster Hand direkt zu diskutieren", würdigte Reinhold Hiersemann den Besuch des Europa-Parlamentariers in Neuss. "Es ist für uns ein wichtiger Schritt, genau zu wissen, wo wir stehen und was zu tun ist."

Michael Hecker, bei der 3M Deutschland GmbH zuständig für Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz, erläuterte den Besuchern in diesem Zusammenhang, dass 3M bereits seit 1975 unter dem Leitsatz "Pollution Prevention Pays" im Rahmen eines sogenannten 3P-Programms den Umweltschutz fest in seine Unternehmensaktivitäten integriert hat. Allein im Werk Hilden wurden von 1995 bis 2002 die Abfälle um 84 Prozent reduziert. Mehr als 95 Prozent aller Stoffe, die nicht als Produkte das Lager verlassen, werden dem Recycling zugeführt.

Als "spannende Gratwanderung" gerade für innovative Unternehmen wie 3M bezeichnete Bundestagsabgeordneter Hermann Gröhe die aktuelle Diskussion um die künftige Chemikalienpolitik der Europäischen Gemeinschaft. Den Anforderungen an mehr Transparenz für den Verbraucher bei der Offenlegung der in Produkten vorhandenen Stoffe stünde der Schutz von Forschungsresultaten gegenüber. "Auch hier brauchen wir die Unterstützung aus der Wirtschaft, wenn es um die richtigen Formulierungen geht", betonte er.

Wenn die Informationen über die Zusammensetzung von Produkten sofort für jedermann offen zugänglich seien, fehle für innovative Unternehmen der Anreiz, weiter in Forschung und Entwicklung zu investieren, erklärte Reinhold Hiersemann. "Die Anforderungen an die Transparenz müssen allein risikoorientiert bleiben", so Hermann Gröhe. Die chemische Industrie habe gerade im Rheinland eine lange Tradition und dürfe jetzt nicht in das Fadenkreuz vereinfachender Kritik geraten. "Alle Regelungen müssen dem Praxistest unterzogen werden. Wichtig ist, dass dabei auch die Interessen der Wirtschaft gewahrt bleiben."

Nach der Diskussion in der Hauptverwaltung informierte sich die Politiker-Gruppe im ebenfalls in Neuss angesiedelten europäischen Forschungszentrum des Unternehmens unter anderem über neue Entwicklungen in den Bereichen Verkehrssicherheit und Außenwerbung.