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JU gegen „Offene Ganztagsschule“

19.01.2003 1 Minute Lesezeit

JU gegen „Offene Ganztagsschule“

Die Junge Union Neuss weist die kürzlich bekannt gewordenen Pläne des nordrhein-westfälischen Kultusministeriums zur Einführung der „Offenen Ganztagsschule“ in Gänze zurück. Nach entsprechenden Erlassentwürfen soll in der Primarstufe die Kinderbetreuung an Nachmittagen und in den Ferien vollkommen in der Hand der Schule konzentriert werden.

Dies sei eine Verstaatlichung der Betreuung von Kindern unter dem Dach der Schule – und zwar mit keinerlei pädagogischem Anspruch, sondern in der Schule als reiner „Verwahranstalt“. Dagegen stünden die zahlreichen Einrichtungen der freien Jugendhilfe und mit ihnen auch das bisher bestehende, vielfältige, qualitativ und pädagogisch hochwertige Angebot vor dem Aus, da die Planungen der rot-grünen Landesregierung im Endergebnis vorsähen, sämtliche Förderungen von Kinderhorten etc. einzustellen. Das gerade in Neuss gut funktionierende Subsidiaritätsprinzip werde zerstört. „Doch der Schule steht nur der Vormittag zu, der Nachmittag aber gehört der Jugendhilfe“, so Thomas Kaumanns, jugendpolitischer Sprecher der Jungen Union Neuss.
„Natürlich erkennen wir die Notwendigkeit der Ganztagesbetreuung von Kindern, doch setzen wir uns für ein bedarfsgesteuertes Angebot ein, das immer noch die Erziehungsverantwortung der Eltern betont und ihnen eine Wahlfreiheit zwischen schulischer und frei organisierter Nachmittagsbetreuung lässt.“

Des Weiteren kritisieren die Neusser Jungpolitiker, dass die „Offene Ganztagsschule“ den Kommunen ein erhebliches Maß an Mehrarbeit und vor allem an finanziellen Lasten bringe, da die Konzeption die Organisation ausschließlich vor Ort vorsehe. Doch für die Schule sei nach seiner Verfassung das Land Nordrhein-Westfalen zuständig. „Da werden den Kommunen wieder einmal Mehrausgaben in Millionenhöhe aufgebürdet, und das für ein Angebot, das schlicht und einfach schlecht ist“, so Thomas Kaumanns.