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JU fordert Einstellung von mehr Lehrern und die Einführung einer Ausfallstatistik

02.09.2000 2 Minuten Lesezeit

Der Unterrichtsausfall zum Schuljahresbeginn ist vorprogrammiert – bis zu 20% des Unterrichts fällt aus.

Mehrfach bereits wurde die Landesregierung aufgefordert, wirksame Maßnahmen gegen den Unterrichtsausfall zu ergreifen. Vielen Versprechungen zu Beginn des Landtagswahlkampfes folgten die ernüchternden ersten Schultage.

Der neue Bericht des Landesrechnungshof zeige, dass an den Schulen bis zu 20,7 Prozent des Unterrichts ausfielen; der durchschnittliche Unterrichtsausfall liege bei 10,6%. Was die Schulministerin Behler noch im vergangenen Jahr als „maßlose Übertreibung“ bezeichnet habe, sei bittere Realität: Durchschnittlich jede zehnte Unterrichtsstunde falle in Nordrhein-Westfalen aus.

„Frau Behler hat zu verantworten, dass Nordrhein-Westfalen in der Bildungs-Bundesliga den letzten Platz unter den Bundesländern einnimmt“, so Jens Küsters. In Nordrhein-Westfalen gebe es die größten Klassen, die wenigsten Unterrichtsstunden je Schüler und die ältesten Lehrerkollegien. In den vergangenen zehn Jahren habe die Landesregierung über 17.000 Lehrerstellen eingespart. „Wenn der Unterrichtsausfall wirksam bekämpft werden solle, müssen jetzt mehr Lehrer eingestellt und wieder eine Stellenreserve eingerichtet werden.“

„Bei einem Unterrichtsausfall von 10% gehen einem Schüler im Laufe seiner Schulzeit bis zu 1,5 Schuljahre verloren. Mit ihrer Politik mindert die rot-grüne Landesregierung die Bildungschancen unserer Kinder.“ Nach Recherchen des ZDF und des Instituts der Deutschen Wirtschaft liege Nordrhein-Westfalen beim Unterrichtsausfall an der Spitze der Bundesländer. „Unsere Schüler haben die gleichen Chancen verdient wie die Schülerinnen und Schüler in südlichen Bundesländern“, so JU-Vorsitzender Jörg Geerlings.

Um ein Bild des Ausmaßes und der Ursachen des Unterrichtsausfalls zu ermöglichen, müsse landesweit eine Unterrichtsausfallstatistik für alle Schulen eingeführt werden. Auch der Landesrechnungshof habe diese Forderung erhoben - die Ministerin Behler aber weigere sich. „Rot-Grün tut nichts gegen Unterrichtsausfall und Lehrermangel und nimmt die schlechte Bildung unserer Kinder in Kauf“, so Küsters und Geerlings.

Dabei stieg in den vergangenen zehn Jahren die Schülerzahl in NRW um 360.000 (+20 %). Demgegenüber steht ein Anstieg der Lehrerzahlen um lediglich 4.900 (4,6 %). Statt diesem Problem zu begegnen werden Klassen vergrößert und Unterricht werde gekürzt. Dabei sei schon jetzt absehbar, dass die Schülerzahlen bis zum Schuljahr 2004/5 um weitere 65.000 ansteigen werden. Die einzigen, die sich über eine derartige Lage freuen könnten, so die JU, sind diejenigen, die von der Nachhilfe profitierten. In NRW würden dafür Ausgaben in Höhe von 400 Mio. DM pro Jahr anfallen, in Deutschland insgesamt sind es 1,8 Mrd DM.