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JU: Eine Straße für den Pontifex

Papst Johannes Paul II. hat zu Lebzeiten immer ein besonderes Verhältnis zur Jugend gepflegt. Vielleicht geht deswegen in Neuss eine besondere Initiative zur Ehrung seines Andenkens ausgerechnet von einer politischen Jugendorganisation aus. Denn die Junge Union stellt den Antrag, eine Straße oder einen Platz nach dem großen Pontifex zu benennen. Ein Novum, denn aktuell trägt keine Straße in Neuss den Namen eines Papstes, wenn man vom St. Pius-Kirchplatz einmal absieht.

„Gerade die jungen Menschen haben ihn wegen seiner Ehrlichkeit und Gradlinigkeit geschätzt“, erklärt Thomas Kaumanns die Initiative der JU, der ein einstimmiger Vorstandsbeschluss zugrunde liegt. Johannes Paul II. sei ein Wegweiser für alle Katholiken gewesen, betont Kaumanns, und auch von jenen anerkannt worden, die seine Positionen nicht teilen konnten. Also eine Gestalt von weltweiter Bedeutung.

Auch in anderen Städten rund um den Erdball wird darüber nachgedacht, dem Papst aus Polen in dieser Form ein Denkmal zu setzen. Im mehrheitlich protestantischen Hamburg, das Papst-Johannes-Paul II. vor zehn Jahren wieder zum Sitz eines Bistums machte, ist das Thema schon Gegenstand von Überlegungen des Senats, und auch der Berliner Senat steht nach Angaben der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) dem Thema aufgeschlossen gegenüber. Nägel mit Köpfen hat schon die Stadt Rom gemacht, die den Hauptbahnhof „Stazione Termini“ in „Stazione Giovanni Paolo II.“ umbenennen wird. Auch Frankreich ist über das Nachdenken über einen solchen Schritt schon hinaus und hat mehrheitlich einen Grundsatzbeschluss gefasst, eine Straße oder einen Platz nach dem großen Geistlichen zu benennen.

Bratislava und Mexiko-Stadt wiederum werden eine Brücke nach dem verstorbenen Papst benennen. Für Kaumanns ein nachvollziehbarer Gedanke, denn der Begriff Pontifex für den Bischof von Rom stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Brückenbauer. Eine gute Möglichkeit wäre vielleicht auch, so Kaumanns, die Neuss-Düsseldorfer Brücke in Papst-Johannes-Paul-II. Brücke zu benennen. Denn die Bezeichnung „Südbrücke“ sei bis zum heutigen Tag eine inoffizielle und zudem von den Düsseldorfern gesetzt worden. Der Vorschlag, sie in Willy-Brandt-Brücke umzubenennen, war in der Vergangenheit ebenso gescheitert wie der Vorstoß des Vorsitzenden der Kardinal-Frings-Gesellschaft, Sebastian Rosen, die Brücke nach dem großen Kirchenmann aus Neuss zu benennen. Der Brückenbauer Johannes-Paul, so Kaumanns, könne vielleicht eine Chance sein, dass die Städte Neuss und Düsseldorf aufeinander zugehen und „so die Streitigkeiten um die Namensgebung zu beenden.

Der Vorstand der JU wird nun einen entsprechenden Antrag an die CDU-Ratsfraktion richten.