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Jugendoffizier zu Gast bei Mitgliederversammlung der Jungen Union

JU: Diskussion zum Thema Bundeswehr

13.07.2002 2 Minuten Lesezeit

Jugendoffizier Oliver Arning im Gespräch mit der JU

Jugendoffizier Oliver Arning im Gespräch mit der JU

Das Thema „Bundeswehr“ mag manch einem als längst nicht mehr aktuell und uninteressant erscheinen. Dass es dennoch genügend Diskussionsstoff für eine abendfüllende Veranstaltung bieten kann, hat die letzte Mitgliederversammlung der Jungen Union (JU) gezeigt. Nachdem vor einiger Zeit bereits die Junge Union Nordrhein-Westfalens sehr streitfreudig über dieses Thema diskutiert hatte, war nun die Junge Union Neuss dabei.

Als Referent des Abends war Oberleutnant Oliver Arning, Jugendoffizier der Bundeswehr, zu Gast. In seinem Eingangsvortrag ging er ausführlich auf das Thema Wehrpflicht ein. Er stellte die Bundeswehr als Garant für die Sicherheit, in der wir heute leben, dar. Sie habe vieles, was heute gemeinhin als normal angesehen wird, erst möglich gemacht und verteidige das immer noch nach außen hin. Im Rahmen der Wehrpflicht an dieser Werteverteidigung mitzuwirken, sei doch eine „tolle Pflicht“. Im Übrigen böte die Wehrpflicht auch zahlreiche wirtschaftliche Vorteile, beispielsweise beim Personalmanagement und der Gewinnung von Nachwuchskräften in der Wehrführung. Manche Berufsheere im europäischen Ausland könnten dagegen nur rund 75% ihrer Stellen besetzen.

Unter Anwesenheit mehrerer junger Männer, die in Kürze ihren Grundwehrdienst ableisten oder zumindest mit der Wehrpflicht konfrontiert werden, entwickelte sich dann eine spannende und kontroverse Diskussion. Gegner der Wehrpflicht sahen in ihr eine Freiheitsbeschränkung, die letztlich dem Grundgesetz wiederspreche. Dem wiederum stände aber das erst kürzlich gefallene Urteil des Bundesverfassungsgerichtes entgegen, so die Befürworter. Ebenfalls kritisiert wurde der Zeitverlust für junge Männer im internationalen Vergleich, dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die deutsche Schullaufbahn mit 13 Jahren relativ lang sei. Solche und ähnliche weitere Argumente wurden heftig ausgetauscht.

Doch neben aller Kontroverse herrschte in einem Punkt nahezu Einigkeit: Die Bundeswehr müsse materiell und dadurch bedingt finanziell besser ausgestattet werden. Die derzeitige „bedingte Einsatzbereitschaft“ sei nicht tragbar. Dieser Meinung schloss sich natürlich auch Oberleutnant Arning an, der dafür votierte, dass die Bundeswehr ihre teils weltweit einzigartigen Nischenfähigkeiten nutzen und bewahren müsse. Dazu forderte er politische Weichenstellungen, nahm aber auch die Wehrverwaltung selbst in die Pflicht.

Nach mehr als zweistündiger Diskussion endete sodann die Mitgliederversammlung der JU, wobei bestimmt noch einige Fragen ungestellt blieben. Im Rückblick verwundert es nicht, dass die anwesenden JU-Mitglieder an dem warmen Abend den möglichen Biergartenbesuch gegen eine politische Diskussion getauscht hatten. Bereut hat es bestimmt niemand von ihnen.