JU-Chef: Kritische Haltung stärken

Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 24. November 2006

Wurde mit großer Mehrheit zum JU-Vorsitzenden gewählt: Dirk Bongards. Foto: NGZ
Wurde mit großer Mehrheit zum JU-Vorsitzenden gewählt: Dirk Bongards. Foto: NGZ

Dirk Bongards ist neuer Vorsitzender der Jungen Union. Der 33-Jährige wurde am Mittwoch Abend mit einem deutlichen Votum (42 Ja, zwei Enthaltungen, drei Nein) zum Nachfolger von Jens Küsters gewählt, der nicht mehr kandidierte. Zu den ersten Gratulanten in den Räumen der Geschäftsstelle gehörten CDU-Parteivorsitzender Dr. Jörg Geerlings und CDU-Landtagsabgeordneter Heinz Sahnen. „Eine verantwortungsvolle Aufgabe, auf die ich mich sehr freue“, sagte Bongards.

Sein Engagement wird auf zwei Jahren begrenzt sein, weil die Mitgliedschaft in der JU mit dem Erreichen der Altersgrenze von 35 Jahren endet. „Ich hoffe, es gelingt mir, auch Ältere für eine Mitgliedschaft zu gewinnen“, so Bongards. Er bezeichnet sich selbst als „unbeschriebenes Blatt“, was er jedoch mit klaren Positionierungen ändern möchte. Die JU soll ruhig „spitzzüngig und provokant“ auftreten. Dazu gehöre auch eine „kritische Haltung gegenüber der CDU-Spitze“. Der neue Chef der 400 Mitglieder starken Jugendorganisation der CDU, ist ein „eher impulsiver Typ. Ich bin ein Verfechter von Auseinandersetzungen, die mit offenem Visier geführt werden“.

Seine Vita zeigt seinen langen Atem und, dass Dirk Bongards auch jemand ist, der über Umwege sein Ziel erreicht: Der gebürtige Neusser besuchte zunächst die Christian-Wierstraet-Realschule, wechselte dann zur Höheren Handelsschule. Er schloss eine Ausbildung als Verlagskaufmann beim Handelsblatt-Konzern ab und baute danach während seiner Zeit als Zivildienstleistender sein Abitur. In Bonn studierte Bongards Jura und ist zurzeit Rechtsreferendar in einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei. Privat ist Bongards (verheiratet, keine Kinder) dem Schützenwesen sehr verbunden und marschiert als Grenadier beim Zug „Batzeschläjer“ mit, ebenso joggt er gerne oder spielt Basketball, und geht am Karnevalssamstag im „Okie Dokie“ seiner DJ-Leidenschaft nach.

Als politische Schwerpunktthemen für die JU sieht der neue Vorsitzende die Themen Straßenbahn („Sie muss weg“), Demographie, Migranten und Kontakt zu anderen Jugendverbänden und -einrichtungen auf der Agenda. „Ich möchte, dass die Junge Union in Neuss der Motor der CDU ist und sich als schlagfertiges Organ der Neusser Jugend weiter etabliert.“ Seiner Meinung nach müsse die JU noch mehr Präsenz zeigen und versuchen, ein „Unity-Gefühl“ zu vermitteln. „Ein turnusgemäß wiederkehrendes Forum, das gerne an das JU-Motto, Party & Politics’ angelehnt sein kann, halte ich für sehr wichtig. In Kaarst zum Beispiel weiß jeder, dass die JU an Christi Himmelfahrt ein Grillfest veranstaltet.“ Das können ein Fußball-Turnier unter JU-Flagge oder eine „get together“-Veranstaltung mit Tanzmöglichkeit am Wochenende vor Weihnachten sein. Ziel: „Kontinuität und Wiedererkennungswert mit der JU.