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Diskussionsveranstaltung der JU-Fraktion

JU: Bildung ist das zentrale Thema der Zukunft

21.06.2002 2 Minuten Lesezeit

JU: Bildung ist das zentrale Thema der Zukunft

Die Junge Union Neuss (JU) veranstaltete mit ihrer sog. JU-Fraktion eine Diskussion zum Thema Gesamtschule. Referenten waren der Gesamtschullehrer Dr. Paul Reiter sowie die schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion Ursula von Nollendorf. Die öffentliche Veranstaltung wurde zudem durch mehrere Mitglieder des Stadtrates sowie die Leiter der Neusser Gesamtschulen besucht. Im Verlaufe der Sitzung kam es zu heftigen Diskussionen um die Gesamtschule, vor allem aber den Weg aus der Bildungsmisere, die seit der Veröffentlichung der Pisa-Studie die politische Bildungsdiskussion bestimmt.

Dr. Reiter zeigte in seinem leidenschaftlich geführten Vortrag auf, dass die „real existierende Gesamtschule“ zumeist auf dem Rücken von Hauptschulen expandiere; denn mehr als 80 % der Schüler hätten eine entsprechende Hauptschulempfehlung. Damit sei man von einer Mischung von Schülern mit verschiedenen Schulformempfehlungen weit entfernt. Dr. Reiter wies darauf hin, dass viele Verfechter der Gesamtschule ihre Kinder selbst kaum auf Gesamtschulen anmeldeten. Die Gesamtschule verhindere eine leistungsgerechte Kontrolle dadurch, dass erst ab der 9. Klasse ein „Sitzenbleiben“ möglich sei. Es seien noch zu wenig Gesamtschulen, die sich einer Qualitätsdiskussion stellten.

Reiter warnte allerdings davor, Finnland als das absolute Musterland zu nehmen. Dort gebe es zwar vornehmlich Gesamtschulen, doch wiesen diese deutlich kleinere Lerngruppen auf, als dies in Deutschland der Fall sei. Auch mahnte er eine neue Lernkultur an; denn hier fehle auch oft der Respekt vor den Lehrenden. „Schule ist nicht die Fortsetzung der Freizeit mit anderen Mitteln“, so de Referent, der auch Mitglied im Hauptpersonalrat beim Schulministerium NRW ist.

Christiane Eberhardt, die Leiterin der JU-Fraktion mahnte an: „Als junge Generation wollen wir auch in Zukunft eine Chance haben. Das geht nur mit den gleichen Lernvoraussetzungen, wie sie in anderen Staaten gegeben sind“. Die 18-jährige frisch gebackene Marienberg-Abiturientin zeigte damit deutlich auf, dass Deutschland nicht auch noch auf diesem Felde auf den letzten Platz gedrängt werden dürfe. Auch dürfe die Zukunft eines jungen Menschen nicht davon abhängen, wo man innerhalb Deutschlands zur Schule gehe. Es sei bekannt, dass Nordrhein-Westfalen beim Vergleich der Bundesländer ein weit abgeschlagenen Platz einnehmen werde.

Der Vorstand der JU fasste daher in seiner darauf folgenden Vorstandssitzung den Beschluss, dass unabhängig von der Schulform vergleichbare Standards geschaffen werden müssten. Auch Gymnasien untereinander seien nur bedingt vergleichbar. „In einer zentralen Bewertung der Abiturleistungen kann jede Schulform beweisen, dass sie den Bildungsstandards gerecht wird“, so JU-Vorsitzender Jörg Geerlings. Zudem müsse es aufhören, die Hauptschule zu verdrängen. Auch diese Schulform habe eine faire Chance verdient. Die Hauptschule weiche zunehmend zu Gunsten der Gesamtschule.

Einhergehend damit unterstützt die JU den Antrag der Neusser CDU-Fraktion Ganztagsangebote im gebotenen Maße auszubauen, ohne jedoch das Elternhaus ersetzen zu wollen. Unabdingbar sei jedoch, dem Deutschunterricht Vorrang einzuräumen. In anderen Ländern sei es selbstverständlich, dass beispielsweise Einwanderer zunächst die Heimatsprache lernen müssten. Den Antrag der CDU-Fraktion müsse man daher finanziell noch erweitern, um möglichst vielen Ausländern den Erwerb der deutschen Sprache zu erleichtern. Dann sei Integration auch besser und erfolgreicher als bislang zu bewältigen, so die Nachwuchspolitiker.