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JU-Fraktion analysierte den Neusser Nahverkehr

JU: Bilanz des ÖPNV kann sich sehen lassen

06.02.2003 1 Minute Lesezeit

Auf ihrer jüngsten Sitzung behandelte die JU-Fraktion unter Leitung von Katrin Schätzlein und Dr. Jörg Geerlings den öffentlichen Nahverkehr. Die Referenten Heinz Runde und Uwe Koppelmann von den Stadtwerken Neuss gaben hierzu vor über 20 Interessierten vertieften Einblick in die derzeitige Situation. Zunächst erläuterte Heinz Runde die Wettbewerbssituation. Hier hätten sich kommunale Unternehmen schrittweise dem Wettbewerb geöffnet.

Überlagert werde die Situation inzwischen oftmals durch das immer stärker werdende europäische Recht, das etwa erhöhte Ausschreibungspflichten mit sich bringe. Um sich diesem Wettbewerb stellen zu können, sei man verstärkt die Kostenseite angegangen, etwa durch Auslagerung der Belegschaft. Die für die Stadt anfallenden Zuschüsse im Bereich Nahverkehr seien daher in den letzten Jahren deutlich gesunken. Auch hätten neue Geschäftsmodelle (z.B. Schoko-Ticket) die Attraktivität erhöht.

Als gelungene Beispiele für Anregungen nannte Runde die von der Jungen Union initiierte Disko-Bus-Linie, die inzwischen eine hohe Akzeptanz genieße sowie die Regio-Bahn von Kaarst nach Düsseldorf, die gut frequentiert werde. Neurungen werden sich zudem in Allerheiligen mit einer südlichen Busspange ergeben, wenn die S-Bahn-Station im Laufe des Jahres eröffnet sei. Dann verringere sich durch die Anbindung an die S-Bahn die Fahrzeit nach Neuss und Düsseldorf erheblich.

Mit Sorge diskutierte man die Entwicklungen um den sog. Metrorapid, der von Jörg Geerlings den Namen „Schwebende S-Bahn“ zuerkannt bekam. Aus Kostengründen käme es zu Umschichtungen im Haushalt des Landes NRW zu Lasten des übrigen Nahverkehrs, so dass sich insgesamt die Situation nicht verbessern könne.

Größte Aufmerksam erhielt die Aktion „Rote Karte“ der Stadtwerke. Hiermit gehe man gegen Schwarzfahrer vor, die die Gelegenheit erhielten, sich durch Abschluss eines Abonnements die Geldbuße von 40 EUR zu ersparen. Auch sei die Schwarzfahrer-Quote dadurch gesunken, dass man nach 20 Uhr vorne einsteigen müsse. Dies erfolge auch im Hinblick auf erhöhte Sicherheit, die zudem durch Videoüberwachungen ergänzt würden.