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Neusser CDU gegen Umwandlung von Konfessionsschulen in Gemeinschaftsgrundschulen

Hüsch: Schulträger informiert einseitig

21.04.2004 2 Minuten Lesezeit
Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 21. April 2004

    Mit Sorge betrachtet die Neusser CDU die Überlegungen an vier katholischen Grundschulen, sich in Gemeinschaftsgrundschulen umzuwandeln. "Die besondere Bedeutung von Konfessionsschulen in Neuss hat in den vergangenen Jahrzehnten eine prägende Kraft gehabt", sagt Parteivorsitzender Cornel Hüsch, "und zur erheblichen Profilbildung in der religiösen und pädagogischen Bildung und Erziehung beigetragen. Diese herausragende Positionierung wollen wir auch weiterhin fördern und durch ein großes Angebot an konfessionell gebundenen Schulen unterstützen."

    In der kommenden Woche sind die Eltern von 747 Kindern an der St.-Martinus-Schule in Uedesheim, der Barbara-Schule in der Nordstadt, der St.-Konrad-Schule in Gnadental und der Richard-Schirrmann-Schule in Hoisten aufgefordert, darüber zu entscheiden, ob die bislang katholischen Grundschulen in Gemeinschaftsgrundschulen umgewandelt werden. Hüsch: "In den Stadtteilen stellen die Grundschulen und Kirchen eine lebendige Gemeinschaft dar, die deshalb auch mit den kirchlichen Organisationen zusammenarbeiten. Diese gewachsene Strukturen aufzugeben, ist eine große Gefahr und führt zu einem erneuten Werteverlust." Bekenntnisschulen erleichterten die Einbindung in die örtliche Gemeinschaft und geben eine klare inhaltliche Zielrichtung für den Lebensweg der Kinder.

    CDU-Parteichef Hüsch weist darauf hin, dass "nach der geltenden Rechtslage alle Kinder, die eine konfessionsgebundene Grundschule besuchen, das Recht auf Religionsunterricht haben, wenn eine bestimmte Zahl an Schülern der Konfession überschritten ist". Somit sei der Schulträger "verpflichtet", Lehrpersonal zur Verfügung zu stellen. Ebenso seien die Auswahlkriterien und die vorrangige Abweisung von evangelischen Kindern an katholischen Bekenntnisschulen diskriminierend. Hüsch: "Wir empfinden Abscheu bei dem Gedanken, die Religion für eine politische Auseinandersetzung zu missbrauchen, die einzig dem Ziel dient, die Lehrer-Schüler-Relation zu optimieren." Die CDU fordert: weitere Lehrkräfte einzustellen, den Schulen die Auswahl der Kinder nach örtlichen und sozialen Gegebenheiten zu überlassen, auf eine Differenzierung nach Religionszugehörigkeit zu verzichten. Nach Auffassung der CDU wurden die Überlegungen für eine Umwandlung nicht von den Eltern, die rechtlich dafür verantwortlich sind, eingeleitet, sondern von den Schulbehörden. Hüsch: "Es ist fraglich, ob die Willensbildung, die einseitig die Vorteile der Gemeinschaftsgrundschulen in den Vordergrund stellt, überhaupt rechtlich einwandfrei ist. Vielfach entscheiden Eltern darüber, deren Kinder nur kurz oder wenige Jahre betroffen sind." Das im Grundgesetz verbriefte Elternrecht auf Kindererziehung berücksichtigt auch die Ausübung der Glaubens- und Gewissensfreiheit. Dazu müsse es auch Bekenntnisschulen geben. Hüsch: "So sollte eine solche Umwandlung nicht dazu führen, dass Eltern ihre Kinder in andere Stadtteile schicken müssen, um die christliche Erziehung sicherzustellen." Hüsch: "Wir bitten alle Eltern, unter diesen Gesichtspunkten ihre Wahl gewissenhaft zu treffen. Sie entscheiden damit auch über die Zukunft der Stadt und vieler Kinder kommender Generationen."

    -schum