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Hohe Priorität für eine bildungspolitische Offensive

20.11.2000 2 Minuten Lesezeit
Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 20.11.2000

    An der Schwelle von der Industrie- zur Wissensgesellschaft fordert die CDU eine deutlich verstärkte Förderung von Aus- und Weiterbildung. Neben bekannter Kritik an der verantwortlichen rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf, formulierten die Neusser Christdemokraten auf ihrem schulpolitischen Stadtparteitag Ziele, die auch auf kommunaler Ebene anzusteuern und zu verwirklichen sind.

    Hundert Frauen, Männer und junge Menschen wirkten am Samstag in vier Arbeitskreisen mit, die den Erwartungen von Schülern, Eltern, Lehrern und Wirtschaft an die Schule nachspürten. Auf das größte Interesse stieß die Diskussions-Runde, die an der Schnittstelle zwischen Schule./.Wirtschaft ansetzte. Dabei wurde schnell deutlich, dass die gesamte Palette von der Industrie, über Dienstleistung und Handwerk bis hin zu Unternehmen der so genannten New Economy einen Qualitätssprung der Schulabgänger erwartet: die Grundrechenarten müssten ebenso wieder sicher eingeübt werden wie Rechtschreibung und Grammatik der deutschen Sprache.

    Partei-Chef Cornel Hüsch sprach von "wichtigen Hinweisen und Anregungen" und versprach, der CDU-Arbeitskreis Schule werde alle Ergebnisse des Parteitages weiterbehandeln. Am Ende, so Hüsch, solle ein schulpolitisches Positionspapier stehen, über das der CDU-Stadtverband auch eine Abstimmung herbeiführen werde. Die federführenden Organisatoren, Partei-Vize Dorothea Gravemann und Fraktions-Referent Dr. Hans-Josef Holtappels, hatten den schulpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Bernhard Recker aus Ahlen, gewonnen, den Parteitag im Friedrich-Spee-Kolleg mit einer programmatischen Rede "Schule der Zukunft - Zukunft der Schule" zu eröffnen.

    Recker warf der Landesregierung erneut vor, die Rahmenbedingungen für die Schulen zu vernachlässigen. Das Ergebnis seien zu große Klassen, zu wenig Lehrer und zu wenig Unterricht: "In Praxis haben wir schon das Abitur in zwölf Jahren. Nur entlassen wir in Nordrhein-Westfalen unsere Abiturienten nach 13 Jahren mit den Wissen von 12 Schuljahren." Zudem fehle es an Praxisnähe und familienfreundlichen Angeboten.

    Mit Nachdruck - und vom Beifall des Parteitages bestärkt - forderte Bernhard Recker "Priorität für die Schule". Es wäre ein "positives Signal" für die jüngere Generation, wenn Schule, Wissenschaft und Forschung wieder mit Vorrang versehen würden, um jungen Menschen optimale Rahmenbedingungen zu gewähren, damit sie ihre (berufliche) Zukunft auch überzeugend gestalten könnten: "Die CDU setzt auf ein Zwei-Säulen-Modell.

    Die erste Säule steht für die Grundversorgung; im neuen Schuljahr müssen 2.000 Lehrerinnen und Lehrer zusätzlich eingestellt werden. Die zweite Säule bildet die Stellenreserve für jede einzelne Schule in Höhe von drei Prozent - dies entspricht zirka 4.000 Lehrern -, damit jede Schule eigenverantwortlich und ohne überflüssigen Verwaltungsaufwand die Unterrichtsversorgung, auch bei kurzfristigem Lehrerausfall, gewährleisten kann."
    -lü-