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Hermann Gröhe lehnt die "Quasi-Ehe" ab

10.07.2000 1 Minute Lesezeit
Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 10.07.2000

Der Neusser Bundestagsabgeordnete Hermann Gröhe (CDU) lehnt die von der rot-grünen Mehrheit vorgesehene gesetzliche Verankerung einer "eingetragenen Lebenspartnerschaft" für homosexuelle Paare "entschieden ab". Ende vergangener Woche hatten die Koalitionsfraktionen einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht.

Mit der Einführung einer derartigen "Quasi-Ehe" werde "das Leitbild Ehe und Familie in unannehmbarer Weise ausgehöhlt". Schon heute, so Gröhe am Wochenende gegenüber der NGZ, ließen es privatrechtliche Verträge zu, die wechselseitige Verantwortung in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften zu stärken und zu schützen. Auch die Notwendigkeit von Änderungen einzelner Bestimmungen - beispielsweise im Miet- oder Erbrecht oder im Bereich der Krankenversicherung - sollte nach Auffassung von Gröhe "unvoreingenommen geprüft werden".

Ein familienrechtliches Institut aber, das "in nahezu allen Fragen der Ehe nachgebildet" sei, werde "die Leitbildfunktion von Ehe und Familie schwächen, in einer Zeit in der allenthalben Orientierung angemahnt wird und in der die Bedeutung dieses Leitbildes eher wächst". Er halte zudem "die Relativierung des besonderen Verfassungsranges von Ehe und Familie für verfassungsrechtlich sehr bedenklich". Ohne "unakzeptable Misstöne gegenüber homosexuellen Menschen" müsse jetzt eine "gesamtgesellschaftliche Diskussion darüber geführt werden, ob die Menschen in unserem Land diesen Traditionsbruch wollen oder nicht". Gerade die Kirchen seien gefordert, sich an dieser Diskussion zu beteiligen.