Gewerbe- und Industrieflächen sind in Neuss bereits Mangelware

Sind größere Gewerbe- und Industrieansiedlungen in Neuss noch möglich? - Mit dieser Frage beschäftigte sich am Mittwochabend der Arbeitskreis „Wirtschaft & Energie“ der CDU und die MIT Neuss bei einer gemeinsamen Sitzung.

Auf Basis des gerade rechtskräftigen Landesentwicklungsplans und des in Planung befindlichen Regionalplans Düsseldorf berichtet Frau Silke Hauser von der IHK Mittlerer Niederrhein von einem dramatischen Flächenverlust für Gewerbe und Industrie.  So verzeichnet der Entwurf des RPD mit Zahlenmaterial aus 2013 ein Minus von 73 ha für Neuss.  Darin noch nicht enthalten sind der Wegfall des ehemaligen Pierburg-, Leuchtenberg- und Whitesellgeländes, wodurch ein weiteres Minus von 16 ha genehmigter Industrie- und Gewerbefläche entsteht.  Neuausweisungen bzw. Ersatzflächen für letzteres sind aktuell nicht vorhanden.  Die im RPD ausgewiesenen GE/GI-Flächen sind mit Ausnahme des Gewerbegebiets Holzheim, welches sich in einem frühen Planungsstadium befindet, bisher nur kartographisch erfasst.  Von einer realisierbaren Planung bis zu einer Besiedlungschance wie zB bei dem Hafengelände für Pierburg ist man weit entfernt.

Größere Gewerbe- oder Industrieansiedlungen sind somit aktuell nicht möglich.

Herr Ralph Schneemann, Geschäftsführer der BEMA, die das  ehemalige Pierburg- und Whitesellgeländ im Neusser Norden erworben hat, berichtete vom Stand der Entwicklung für die beiden Gelände.  Beide Areale sollen nach Vorstellung der BEMA als Mischgebiet mit privatem und sozialem Wohnungsbau neben Bürobebauung realisiert werden.  Erste Planungen und Bauanträge liegen der Stadtverwaltung vor.  Gespräche hinsichtlich der Planungssicherheit für den Investor auf der einen Seite und Bestands- und Emissionsschutz der Anlieger auf der anderen Seite ist hier gegeben, wobei die BEMA hier in permanentem Dialog mit allen Betroffenen ist.

Als Fazit des Abends ergeben sich deutliche Forderungen an die Stadtverwaltung/Stadtrat:

  • Neuausweisung von Gewerbe- und Industrieflächen, um Arbeitsplätze und Gewerbesteuer in der Stadt zu halten
  • Beschleunigung der städtischen Planung von bereits ausgewiesenen Flächen, damit Investoren entscheidungsreif Ideen vorgestellt werden können
  • Zügige Bearbeitung der vorliegenden Planungsanträge, damit Investoren zeitnah ihre Pläne realisieren können
  • Schaffung von Rechtssicherheit für alle Beteiligten, damit überhaupt Interessenten sich melden
  • Beauftragung eines Expertenteams, dass weitere Flächen für Gewerbe- und Industrie identifiziert, damit weitere Ansiedlungen ermöglicht und möglich werden.

Der Arbeitskreis Wirtschaft und Energie der CDU tagt seit Oktober letzten Jahres bereits zum dritten Mal und steht unter der Leitung von Johann-Andreas Werhahn und Rene Böttcher (Stellvertreter).

Die MIT steht im Rhein-Kreis Neuss unter der Leitung von Stefan Arcularius (gleichzeitig stellv. Vorsitzender der MIT Neuss).