Geerlings: Initiative für weitere Kunstrasenplätze

29.04.2022 2 Minuten Lesezeit

Verena Austermann, Jörg Geerlings und Dirk Gärtner (von links nach rechts) auf dem Tennenplatz der Ludwig-Wolker-Sportanlage – nach Regen nicht bespielbar.
Verena Austermann, Jörg Geerlings und Dirk Gärtner (von links nach rechts) auf dem Tennenplatz der Ludwig-Wolker-Sportanlage – nach Regen nicht bespielbar.

Zehn Neusser Sportanlagen sind mit Kunstrasen bestückt. Im Jahr 2019 hatte der Sportausschuss in einem Grundsatzbeschluss festgehalten, dass mit städtischen Mitteln grundsätzlich nur noch in Fußballzentren weitere Kunstrasen-Großspielfelder / Allwetterplätze errichtet werden.

Doch diese starre Regelung stellt der Sportausschussvorsitzende Jörg Geerlings (CDU) nun infrage: „Die Grundlagen haben sich geändert. Wir müssen umdenken und weitere Kunstrasenplätze bauen. Aufgrund des wachsenden Bedarfs benötigen wir eine Grundversorgung, um zeitgemäße Sportangebote in der Stadt flächendeckend anzubieten.“

„Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich Bedarfe und Entwicklungen ändern“, so Geerlings. „Menschen treiben nicht dort Sport, wo es ein Gutachten empfiehlt, sondern dort, wo sie wohnen oder wo sie ein attraktives Vereinsangebot finden. Das gilt zumindest für den Breitensport und insbesondere für Fußball, den deutschen Volkssport Nummer eins.“ Er möchte deshalb den strikten Grundsatz der Zentrenbildung zugunsten einer bedarfsgerechten Grundversorgung aufgeben. Die soll sich nach dem Bedarf der Vereine und Schulen bemessen. Auch die zukünftige demografische Entwicklung von Stadtteilen soll Berücksichtigung finden.

Den Bedarf nach weiteren Fußballplätzen, die ganzjährig bespielbar sind, unterstreicht Dirk Gärtner, Vorsitzender des Fußballkreises Grevenbroich/Neuss: „In den vergangenen zwei Jahren haben die Jugendmannschaften massiven Zuwachs erfahren, und zwar um etwa zehn Prozent. Durch die Europameisterschaft 2024 im eigenen Land erwarten wir weiteren Zuwachs. Die Vereine brauchen schlicht und einfach Platz für die vielen Fußballspieler.

Verena Austermann, Vorsitzende der DJK Rheinkraft, bestätigt das anhand von praktischen Erfahrungen ihres Vereins: „Auf der Ludwig-Wolker-Sportanlage ist der Bedarf besonders hoch. Neben dem Verein nutzen auch die zahlreichen Schulen im Umfeld die Sportplätze. Außerdem machen wir zahlreiche Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund.“ Für die Zukunft rechnet der Verein mit einem erheblichen Mitgliederzuwachs, da die Ludwig-Wolker-Sportanlage die nächste an den Neubaugebieten Augustinus-Park, Leuchtenberg und Eternit-Gelände ist. Doch der Hauptplatz darf kaum für Fußball genutzt werden. Ganzjährig steht nur der Tennenplatz mit einem defekten Drainage-System zur Verfügung, im Sommer darüber hinaus der Nebenrasen, aber ohne Drainage und Flutlicht. Das bedeutet für den Verein gerade im Winter massive Trainingsausfälle, die es zukünftig zu vermeiden gilt.

Austermann plant eine Besonderheit, nämlich einen „nachhaltigen Kunstrasenplatz“. Dieser ist zu 100% recyclebar und wird zudem CO2-neutral produziert. Unter Umwelt- und Klimaschutzaspekten könnte ein Pilotprojekt entstehen, das für künftige Sportplätze richtungsweisend ist.

Geerlings greift das Engagement des Vereins gerne auf. „Die Idee ist innovativ, sie nutzt dem Sport und dem Umweltschutz. Die Pläne der DJK Rheinkraft unterstütze ich deshalb gerne. Und weitere Kunstrasenplätze in Neuss sollen folgen.“