Fußballspielen für alle möglich machen – mehr Allwetterplätze für Neuss

28.06.2022 2 Minuten Lesezeit

Fußballspielen für alle möglich machen – mehr Allwetterplätze für Neuss (Foto: Markus Schwarze)
Foto: Markus Schwarze

Es sind tolle Nachrichten nach den schwierigen Coronajahren: Viele Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche drängen in die Sportvereine. Insbesondere auch um Fußball, Deutschlands Breitensport Nr. 1, zu spielen. Die Kehrseite: Einige Vereine stoßen an die Kapazitätsgrenzen ihrer Sportplätze und können die Nachfrage kaum bedienen. Insbesondere ganzjährig nutzbare Allwetterplätze fehlen.

„Das wollen wir ändern. Wir brauchen überall dort Allwetterplätze, wo es einen Bedarf gibt. Wir wollen Menschen, insbesondere Kindern und Jugendlichen, ermöglichen, dort Sport treiben können, wo es sie wünschen. Sport ist gesund, führt die Gesellschaft zusammen und ist die beste Jugendarbeit“, zeigt der Sportausschussvorsitzende Jörg Geerlings das Ziel der CDU auf.

Auch möchte Geerlings mit einem erweiterten Angebot Neuss fit für eine steigende Nachfrage im Umfeld der in Deutschland stattfindenden Fußballeuropameisterschaft 2024 machen. „Die Fußball-EM im eigenen Land wird viele junge Menschen motivieren, es mit dem Fußball auch einmal selbst auszuprobieren. Nur mit genügend Plätzen haben wir eine Chance, diese Kinder und Jugendlichen langfristig in Vereinen zu halten und dauerhaft für den Sport zu gewinnen.“

Bisher sind zehn Neusser Sportanlagen sind mit ganzjährig nutzbaren Allwetterplätzen bestückt. Im Jahr 2019 hat der Rat in einem Grundsatzbeschluss festgehalten, dass mit städtischen Mitteln grundsätzlich nur noch in Fußballzentren weitere Allwetterplätze errichtet werden. Diesem Beschluss lag eine intensive Diskussion eines Gutachtens zugrunde, das eine Zentrenbildung bei den Neusser Sportanlagen gefordert hat.

„Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben aber gezeigt, dass sich eine solche Zentrenbildung nicht ‚von oben herab‘ verordnen lässt. Menschen treiben nicht dort Sport, wo es ein Gutachten empfiehlt, sondern dort, wo sie wohnen oder wo sie ein attraktives Vereinsangebot finden. Und dies gilt verstärkt für Kinder und Jugendliche, die oft nur begrenzt mobil sind. Außerdem ist eine klare Tendenz zu beobachten, dass gute und engagierte Jugendarbeit weitere Kinder anzieht“, erläutert Geerlings die aktuelle Situation.

Der Bedarf nach ganzjährig bespielbaren Allwetterplätzen ist daher größer und örtlich anders gelagert als das derzeitige Angebot.

„Es ist deshalb notwendig, den strikten Grundsatz der Zentrenbildung zugunsten einer bedarfsgerechten Grundversorgung aufzugeben. Sportplätze müssen dort hin, wo die Menschen Sport treiben möchten“, erläutert der sportpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Björn Tuschen, die von der CDU verfolgte Neuausrichtung.

Der Bedarf bemisst sich dabei nach der Nachfrage der aktiven Vereine und Schulen und den vor Ort verfügbaren Kapazitäten der Sportanlagen. Auch die zukünftige demografische Entwicklung von Stadtteilen ist zu berücksichtigen.

Dabei favorisiert die CDU, dass die Sportvereine und der Stadtsportverband Bedarfe, Reihenfolge und Prioritäten von Baumaßnahmen selbst ermitteln. Das hat bereits bei dem Landesprogramm „Moderne Sportstätte“ erfolgreich funktioniert.

Auch möchte die CDU das Thema Nachhaltigkeit beim Sportstättenbau stärker in den Fokus zu nehmen. „Inzwischen gibt es Allwetterplätze aus recycelten Materialien. Unter Umwelt- und Klimaschutzaspekten wollen wir schnell ein Pilotprojekt auf die Beine stellen, das für künftige Sportplatzbauten richtungsweisend sein kann“, freut sich Tuschen über die neuen Möglichkeiten.

Die CDU hat einen entsprechenden Antrag in die kommende Ratssitzung eingebracht, um das Sportangebot in Neuss auszuweiten.