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Für Einführung von Schülersprechzeiten

14.02.2001 1 Minute Lesezeit
Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 14.2.2001

    Der CDU-Arbeitskreis Schule erledigt die "Hausaufgaben" des letzten Stadtparteitages. Nachdem in einer Sitzung die Probleme der Eltern aufgearbeitet wurden, stand der Fragenkomplex der Schüler auf der Tagesordnung. Dabei wurde festgestellt, dass die Schüler häufig nicht über ihre Rechte informiert sind. "Die einschlägigen Bestimmungen aus dem Schulmitwirkungsgesetz, Paragraph zwölf, wird offenbar einigen Schülergruppen vorenthalten", meint Arbeitskreisleiter Dr. Hans-Josef Holtappels.

    "Danach haben die Schüler das Recht, einmal im Monat eine Schülerratssitzung und zweimal pro Jahr eine Schülerversammlung auszurichten, und das alles während der allgemeinen Unterrichtszeit." Wer die Verantwortlichkeit der Schüler für ihre Schulen stärken möchte, der sollte sie auf dieses Recht hinweisen: "Viele Probleme können schon im Vorfeld dadurch erledigt werden, dass der Informationsfluss klappt", so Holtappels. In diesem Zusammenhang beklagten Schüler auch das Defizit an individuellen Kontakten zu ihren Lehrern.

    Dazu die stellvertretende Parteivorsitzende Dorothea Gravemann: "Abgesehen von der Rechtslage, dass Schüler jederzeit über ihren Leistungsstand informiert werden sollen, müsste es auch einen Motivationsschub auslösen, wenn die Kontakte zwischen Lehrern und Schülern intensiver werden". So forderte der Arbeitskreis die Verantwortlichen für Schule besonders in der Landesregierung auf, über die Einführung von regelmäßigen Schülersprechzeiten außerhalb des Unterrichts nachzudenken. Ein weiteres wichtiges Thema war der Unterrichtsausfall. "In der Arbeitsgruppe Schüler war bereits während des Stadtparteitages Klage durch die Schüler geführt worden, dass so viel Unterricht ausfällt", sagte Gravemann.

    Aber nicht nur den Unterrichtsausfall kritisierten die Schüler, sondern auch die Qualität des Unterrichts selbst: "Besonders der bedarfsdeckende Unterricht durch Lehramtsanwärter, also ohne die Betreuung ausgebildeter Fachlehrer oder Ausbilder, wurde massiv beklagt, da nach Meinung der Schüler junge Menschen in der Ausbildung nicht selbst schon unterrichten können", sagte Holtappels. Er verwies darauf, dass die Schüler erkannt hätten, dass eine Schullaufbahn "nicht umkehrbar" sei, so dass nicht Unterricht als Experiment oder Übungsphase für Lehramtsanwärter sein dürfe. Der Arbeitskreis der CDU fordert daher die Landespolitiker auf, sich intensiv für die Einstellung neuer Lehrer stark zu machen.